Parkinson-Entstehung: Versagt die Entsorgung der Mitochondrien?

Die Entstehung des Morbus Parkinson könnte darauf beruhen, dass es bestimmten Gehirnzellen nicht mehr gelingt, abgestorbene Zellreste ordentlich zu entsorgen. Dies zumindest deuten Forschungsergebnisse der Universität Tübingen an.

Abtransport der alten Zellkraftwerke behindert

Dabei dreht sich alles um die Mitochondrien. Also um die Kraftwerke der Zelle, die sich vor allem um die Energieversorgung kümmern. Wenn die veraltet oder defekt sind, werden sie normalerweise von der Zelle zerlegt und die Reste zum Abtransport in die Blutbahn befördert. Bei bestimmten genetischen Veränderungen gelingt aber genau dies nicht mehr vollständig. Die an diesem Entsorgungsprozess beteiligten Enzyme arbeiten dann nicht mehr richtig. Dann verbleiben die Mitochondrien-Reste im Zellinneren und verursachen dort Schäden. Schlimmstenfalls stirbt die Zelle ab.

Die Tübinger Wissenschaftler konnten nun nachweisen, dass die Mutationen, die einen solchen Entsorgungsmangel auslösen, überzufällig häufig bei Menschen mit der Parkinson-Erkrankung zu finden sind. Das Spannende daran: Wenn sich das bestätigt, könnten neue Medikamente entwickelt werden, die genau diesen Enzym-Mangel ausgleichen. Es gibt sogar schon Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die eine solche Wirkung haben könnten. Mehr dazu hier.

Autoren: Christian Sachse & Dr. med. Jörg Zorn, 01.02.10
Quelle: Nature Cell Biology advance online publication 24.01.2010

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