Crohn & Colitis: Welchen Effekt hat eine künstliche Ernährung beim akuten Schub?

Prinzipiell ist die künstliche Ernährung natürlich kein Behandlungsersatz, sondern dient nur der ausreichenden Zufuhr an Nährstoffen. Die Behandlung des akuten Schubs mit entzündungshemmenden Glukokortikoiden (Kortison-Präparaten) kann sie also nicht ersetzen.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Bei Kindern und Jugendlichen, wenn Glukokortikoide nicht gegeben werden dürfen, kann die künstliche enterale Ernährung das Wachstum der jungen Patienten positiv beeinflussen und ist dann auch ein therapeutischer Ansatz.

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Zum Hintergrund der künstlichen Ernährung: Bei der enteralen Form der künstlichen Ernährung gelangt die Nahrung in den Magen-Darm-Trakt, bei der parenteralen Form unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts über Tröpfe (Infusionen) direkt ins Blut. Generell sollte im akuten Schub soweit möglich eher enteral (Nahrung in den Magen) als parenteral (Nährstoffe direkt ins Blut) ernährt werden. Denn mit der parenteralen Ernährung steigt das Risiko für Komplikationen an, unter anderem kann es zu Verschlüssen der großen Venen kommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, im akuten Schub zunächst eine Trinknahrung zu geben, die etwa 600 Kalorien enthält. Kann jedoch darüber nicht genügend Energie aufgenommen werden, steigt das Kaloriendefizit also an, ist eine Ernährung über Sonden sinnvoll.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze