Bekommen Kinder auf dem Land seltener Morbus Crohn?

Ja, dies scheint zutreffen. Zwar schützt das Leben auf dem Land auf keinen Fall hundertprozentig vor Morbus Crohn. Doch das Risiko für diese entzündliche Darmerkrankung scheint laut verschiedenen Studien geringer zu sein, wenn man auf dem Dorf groß wird.

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Diese Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr Kontakt zu Stalltieren hatten, später seltener an Colitis ulcerosa und Morbus Crohn erkranken. Das gleiche gilt übrigens auch für Kinder, die mit mindestens zwei älteren Geschwistern aufwachsen. Demgegenüber steht eine größere Häufigkeit chronischer Darmentzündungen in Städten.

Zu wenig Dreck?

Warum das so ist, ist noch nicht geklärt. Ähnlich wie bei Allergien (auch häufiger in der Stadt) ist denkbar, dass ein "schmutzigeres" Aufwachsen (mehr Kontakt zu Fremdstoffen) förderlich für die körpereigene Abwehr ist und der Entwicklung von derartigen "Zivilisationskrankheiten" vorbeugt. Dazu passt übrigens auch, dass sowohl die Colitis ulcerosa als auch Morbus Crohn in den Industrienationen deutlich häufiger sind als in der Dritten Welt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (2)
Bist Du sicher?
2 Freitag, den 07. September 2012 um 11:47 Uhr
Jan
Hallo Martin,

bist Du sicher, dass die Immunthese vom Tisch ist? Das habe ich noch gar nicht gehört. Ich dachte, derzeit diskutieren sie über Bakterienstämme im Darm, die dort manchmal in falscher Zusammensetzung hausen und dadurch einen Morbus Crohn begünstigen.
Weißt Du da was drüber?

Viele Grüße
Jan
Das ist so überholt
1 Donnerstag, den 06. September 2012 um 07:47 Uhr
Martin
Es mag durchaus statistisch so sein, dass Morbus Crohn Patienten vermehrt in der Stadt (Ballungszentrum!) auftreten, doch hier muss man alles in Relation setzen, da auf dem Land weniger Leute leben.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, regelmäßige Besuche bei diversen Tieren (Kuh, Pferd, Schwein, Hase, Huhn, Katze und Hund...) und doch brach mit 12 Jahren der MC aus.
Dies führt mich auch gleich dazu, dass Morbus Crohn laut meiner Ärzte weniger bei Kindern/Jugendlichen auftritt, als viel mehr bei "Älteren", so im 30er-Bereich.

Auch hat, wie mittlerweile anerkannt und aktzeptiert ist, Morbus Crohn nichts mit einer Infektion/Immunerkrankung zu tun, sondern mit einem genetischen Defekt/Mutation auf Grund dessen die Schleimhäute des kompletten Speise- und Verdauungstraktes nicht ganz so widerstandsfähig sind, wie sie ohne diese Abweichung wären.

MC hat also nichts mit einem "schmutzigeren" Aufwachsen zu tun oder wo man aufwächst.

P.S.: Der MC ist der Grund dafür, dass sich manche Bakterien eher ausbreiten können (z.B. MAP) und nicht umgekehrt -> alles eine Frage der Kausalität. ;-)