Kortison wirkt nicht: Wann eher Azathioprin bzw. Methotrexat, wann eher Infliximab?

Manchmal kommt es vor, dass eine Kortison-Therapie bei Morbus Crohn nicht wirkt. Dann muss auf andere Medikamente ausgewichen werden, die ebenfalls das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).

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Normalerweise gelten in diesem Fall die Wirkstoffe Azathioprin oder Methotrexat als erste Option. Sogenannte TNF-α-Antikörper (Antikörper gegen den Tumor-Nekrose-Faktor, z.B. Infliximab) sind die zweite Wahl, weil bei diesen neuen Wirkstoffen die Studiendaten noch unsicherer sind, insbesondere, was die Verträglichkeit betrifft.

Antikörper eher dann, wenn es schnell gehen muss

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen Infliximab oder andere TNF-Blocker vorgezogen werden, nämlich dann, wenn es schnell gehen muss. Wenn also nach dem Scheitern der Kortison-Behandlung noch sehr starke Beschwerden bestehen. Denn Infliximab kann bereits innerhalb von Tagen wirken, während Azathioprin und Methotrexat mitunter mehrere Monate benötigen, um einen Krankheitsstopp herbeizuführen. Alternativ kann bei solch starken Beschwerden aber auch eine Operation in Betracht kommen.

Zwei Beispiele: Liegt eine Entzündung nur in einem begrenzten Dünndarmabschnitt vor, ist aber aufgrund von Verwachsungen (Fisteln, Abszess) kompliziert und durch Kortison nicht beherrschbar, ist das eher eine Situation, in der eine Operation zu bevorzugen ist. Liegt der Crohn-Herd hingegen im Dickdarm oder in der Magengegend und kommen Fisteln oder Gelenkbefall hinzu, ist das eher ein Fall für Infliximab.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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