Morbus Crohn: Muss ein akuter Schub unbedingt mit Medikamenten behandelt werden?

Zu dieser Frage gibt es sehr spannende Studienergebnisse: Wird ein akuter Schub des Morbus Crohn nur symptomatisch (Schmerzmittel) oder mit Scheinmedikamenten (Plazebo) behandelt, kommt es bei 40% der Betroffenen zu einer Remission. Der Schub klingt also ab, ohne dass einer der üblichen Immunblocker eingenommen wurde.

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Ein solcher Effekt wird zwar vor allem beobachtet, wenn der Morbus Crohn nur eine mäßige Entzündungsaktivität aufweist und ist bei schweren Verläufen eher selten. Allerdings wirken dann auch die Immunsuppressiva wie Kortison weniger gut, insofern ändert das nichts daran, dass diese Ergebnisse sehr bemerkenswert sind. Denn die Schlussfolgerung daraus lautet entweder, dass sich der entzündete Darm beim Morbus Crohn oft auch von selbst wieder beruhigt. Also auch ohne "chemische Hammer". Oder der "Faktor Psyche" kommt hier zum Tragen. Soll heißen: Allein das Gefühl, gut behandelt zu werden, könnte zur Heilung beitragen.

Heilung durch Zuversicht?

Wir sagen das hier so beiläufig, aber im Prinzip sprechen wir über etwas sehr Fundamentales. Bisher weiß niemand, wie ein Morbus Crohn entsteht. Fest steht nur, dass das Immunsystem verrückt spielt, und keiner weiß, warum. Fest steht auch, dass Morbus Crohn in den Industrienationen häufiger vorkommt. Und es besteht eine auffällige Verwandtschaft in vielerlei Hinsicht zu anderen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem aus der Bahn gerät: Allergien, Neurodermitis, Multiple Sklerose, Schuppenflechte, Rheuma, um nur einige zu nennen.

Alle diese Erkrankungen werden gemeinhin mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem unterdrücken. Kortison ist der bekannteste Vertreter. Mehr ist der Schulmedizin dazu bisher nicht eingefallen. Da aber das Immunsystem immer wieder verrückt spielt, sobald das Kortison nicht mehr wirkt, hat man die Ursache weder erkannt noch beseitigt.

Wenn nun zugleich Studienergebnisse zeigen, dass allein mit dem Glauben an eine Heilung auch eine Heilung eintreten kann (zumindest des akuten Schubes), dann ist das ein klares Indiz, dass man bei der Behandlung des Morbus Crohn mit alternativen oder unkonventionellen Therapieansätzen nicht unbedingt falsch liegen muss. Denn möglicherweise kann man die Erkrankung ein Stück weit auch durch Zuversicht und Glauben an sich selbst bekämpfen. Und in dieser Hinsicht hat die Schulmedizin mit ihren Drei-Minuten-Gesprächen nicht viel zu bieten.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (2)
DITO
2 Samstag, den 12. Dezember 2015 um 18:03 Uhr
Michael
Mir geht es genau wie dir. Es ist zwar keine Wunderwaffe, aber vieles wird erleichtert, bei mir vor allem die Sache mit dem Essen.
Morbus Crohn Behandlung
1 Mittwoch, den 24. Juni 2015 um 03:22 Uhr
Sharina Stiepelmann
Ich kann aus eigener Erfahrung und eigenem Konsum sagen, dass Canabis ein hilfreiches Mittel zum Unterdrücken der Krankheit ist. Seit einer Woche konsumiere ich aus privaten Gründen nicht mehr und muss leider feststellen, dass meine Beschwerden von Tag zu Tag schlimmer werden. Davor habe ich komplett ohne Probleme gelebt, als ich regelmäßig konsumiert habe.