Morbus Crohn mit ausgedehntem Dünndarm-Befall: Wie wird behandelt?

Bei ausgedehntem Befall des Dünndarms wird in der Regel eine systemische Behandlung mit Kortison-Präparaten empfohlen. Systemisch bedeutet, dass die Wirkstoffe als Tablette eingenommen oder gespritzt werden.

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Im Vergleich zu einer örtlichen Therapie (im Dünndarm freigesetzte Kortison-Präparate) ist der therapeutische Effekt ausgeprägter. Zugleich kommt es aber auch etwas häufiger zu Nebenwirkungen. Sinn und Zweck dieser Behandlung ist es, das Immunsystem und damit die überschießende Entzündungsreaktion zu unterdrücken.

Parallel zur Schubtherapie beginnt die Erhaltungstherapie

Parallel dazu wird meist eine sogenannte Erhaltungstherapie mit den Wirkstoffen Azathioprin bzw. 6-Mercaptopurin begonnen. Dabei geht es darum, einen erneuten Schub nach Abklingen der Kortison-Wirkung zu verhindern. Alternative Wirkstoffe für die Erhaltungstherapie sind Methotrexat oder Infliximab, die aber als Optionen der zweiten Wahl gelten. Infliximab ist ein TNF-a-Antikörper und richtet sich gegen den Tumornekrosefaktor-a (TNF-a). Beide Alternativ-Wirkstoffe sind letztlich auch sehr starke Hemmer des Immunsystems.

Eine Zeit lang kann es auch sinnvoll sein, die Nahrungszufuhr über eine Infusion sicherzustellen (Trink- oder Sondennahrung), vor allem dann, wenn die Gefahr einer Mangelernährung besteht oder auch nur, um den entzündeten Darm vorübergehend zu entlasten.

Autoren: Dr. med. Anne-Kristin Schulze/Dr. med. Jörg Zorn