Morbus Crohn: Wie wird ein akuter Schub mit Befall des unteren Dünndarms behandelt?

Das hängt vom Grad der Entzündung ab. Bei einem Morbus Crohn im unteren Dünndarm mit einer leichten Entzündungsaktivität empfehlen Experten die Behandlung mit einem lokal wirkenden Glukokortikoid (Budenosid). Lokal bedeutet hier: Der Kortison-Wirkstoff wird nach dem Einehmen im Dünndarm freigesetzt und wirkt nur am Ort des Geschehens.

Das Crohn-Medikament Mesalazin scheint hier weniger effektiv zu sein.

Bestehen nur leichte Beschwerden und liegen keine Krankheitszeichen an anderen Organen außerhalb des Verdauungstrakts vor, kann es auch ausreichen, den Schub nur mit symptomatischen Maßnahmen zu behandeln. Dazu gehören Anpassungen der Ernährung, Schmerzmittel, krampflösende Mittel oder Medikamente gegen Durchfall.

Behandlung bei mittelschwerer Entzündung

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Bei etwas stärkerer Entzündung sind lokal wirksame Kortison-Präparate ebenfalls erste Wahl (v.a. Budenosid), oft kommt man hier aber um die Einnahme von Kortison-Tabletten oder Kortison-Infusionen (systemische Glukokortikoide) nicht herum. Die systemische Therapie ist zwar nebenwirkungsreicher, dafür aber auch wirksamer. In über 90% der Fälle wird damit innerhalb von sechs Wochen eine Remission (Krankheitsstillstand) erreicht.

Frau - Morbus crohn

Daneben vermag manchmal auch die sogenannte Ernährungstherapie zu helfen, zum Beispiel bei starkem Untergewicht. In Einzelfällen kann auch eine zeitweise enterale Ernährung hilfreich wein, das heißt, eine speziell zubereitete Nahrung wird über Sonden oder als Trinknahrung zugeführt. Gibt es Hinweise auf eine Darminfektion, sind unter Umständen auch Antibiotika angebracht.

Behandlung bei starker Entzündung

Bei einer sehr starken Entzündungsaktivität wird grundsätzlich der Einsatz systemischer Glukokortikoide, also Kortison-Tabletten empfohlen. Weiterhin können in bestimmten Situationen zusätzlich sogenannte Immunsuppressiva sinnvoll sein, die das Abwehrsystem hemmen.

Wird mit diesen Maßnahmen kein ausreichender Effekt erzielt oder sprechen andere Gründe dagegen, kommt alternativ auch eine Behandlung mit einem Antikörper in Betracht. Ein solcher TNF-Blocker richtet sich gegen eine bestimmte Substanz im Immunsystem (den Tumornekrosefaktor, kurz TNF) und dämmt auf diesem Weg die Entzündung ein.

Bei Kindern und Jugendlichen empfehlen die Experten vor allem eine Ernährungstherapie.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze