Stimmt es, dass eine Kortison-Behandlung zu Knochenschwund und Osteoporose führen kann?

Ja und nein. Wenn man über einen langen Zeitraum Kortison-Tabletten einnehmen muss, steigt tatsächlich das Risiko für eine Osteoporose. Das gilt aber nicht, wenn die Behandlung nur ein paar Tage oder auch wenige Wochen dauert.

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Kortison versus Östrogen und Testosteron

Aber warum greifen das ja auch natürlicherweise im Körper vorkommende Kortison und seine Verwandten (die meisten Kortison-Präparate enthalten chemische Varianten des Kortisons) überhaupt den Knochen an? Das liegt daran, dass Kortison im Körper eine Art Gegenspieler der Geschlechtshormone ist.

Vereinfacht gesprochen kann man sagen, dass die Geschlechtshormone (Östrogen bei Frauen und Testosteron bei Männern) eher den Knochenaufbau fördern und Kortison diesen Aufbau eher hemmt. Das ist keineswegs eine Fehlkonstruktion, sondern durchaus sinnvoll. Denn Kortison wird vom Körper immer dann stärker ausgeschüttet, wenn es im weitesten Sinne um Stress, Anstrengung und Gefahr durch Entzündungen geht. Dann ist ein Knochenaufbau natürlich Unsinn, es geht ja eher darum, Energiereserven auszuschöpfen.

Mögliche Schutzmaßnahmen

Bei einer lang andauernden Kortison-Therapie wird dieses natürliche Gleichgewicht aber zerstört. Die Geschlechtshormone kommen gegen diesen Kortison-Überschuss einfach nicht mehr an. Und so überwiegt der Knochenabbau den Knochenaufbau, es kann auf längere Sicht also Osteoporose entstehen.

Da manchmal das Kortison schlicht notwendig und unverzichtbar ist, geht es dann darum, sich bestmöglich vor dem Knochenschwund zu schützen. Mit viel Bewegung, gesunder Ernährung, reichlich Kalzium und Vitamin D. Und natürlich mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Arzt, damit nicht der vorbeugende Sport schlimmstenfalls zu einem Knochenbruch führt.

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