Kann eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC) auch schlimm enden?

Leider ja. Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ist eine schwere Komplikation bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Sie ist zwar normalerweise mit Medikamenten gut behandelbar. Allerdings ist damit keine Heilung möglich. Im besten Falle gelingt es, ein Fortschreiten der Erkrankung über sehr lange Zeit auszubremsen.

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In schweren Fällen besteht Lebensgefahr

Es gibt aber leider auch Fälle, in denen trotz der Medikamente oder operativer Eingriffe (bei dem die entzündeten und verengten Gallenwege erweitert werden) ein sehr schwerer Verlauf eintritt. Dann kann oft nur noch eine Lebertransplantation helfen.

In nackten Zahlen: Ohne Lebertransplantation liegt die mittlere Lebenszeit mit einer PSC bei 10-20 Jahren. Nach einer Lebertransplantation überleben rund 80% der Betroffenen 5 Jahre oder länger. Allerdings enthalten diese statistischen Zahlen natürlich auch viele "Extreme": Fälle, die sehr schlimm verlaufen und rasch zum Tode führen und auf der anderen Seite Fälle, in denen die PSC ohne größere Einschränkungen überlebt wird.

Leicht erhöhtes Krebsrisiko

Außerdem besteht bei PSC eine etwas erhöhte Wahrscheinlichkeit, Gallengangskrebs und – bei Crohn-Herden im Dickdarm – Darmkrebs zu bekommen. Es handelt sich hier aber ausdrücklich "nur" um ein erhöhtes statistisches Risiko, Sie sollten deshalb also keine übertriebenen Ängste haben. Mit einer regelmäßigen und gründlichen Krebsvorsorge lässt sich das damit verbundene Risiko deutlich reduzieren.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze

Weitere Fragen zur primär sklerosierenden Choalangitis finden sie im Colitis-ulcerosa-Kapitel hier

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
PSC und CU
2 Samstag, den 30. Juli 2016 um 13:38 Uhr
Alexander
Ich bin 34 Jahre alt und lebe nun, bewusst, 2 Jahre mit der PSC und CU. Die Krankheiten wurden im Jahr 2014 aufeinanderfolgend diagnostiziert. Seit Jahren leide ich schon unter immer wiederkehrenden schweren Depressionen und einer bleiernen wirklich kaum zu ertragenden Tagesmüdigkeit. Im Zusammenhang damit wurden bei mir die Blutwerte kontrolliert und es stellte sich heraus, dass die Leberwerte exorbitant hoch sind. Standardfrage der Ärzte: Sind sie Alkoholiker? Meine Antwort: Nein aber voll auf H2O und Säften.
Die Alkoholfrage war vordergründig, bis ich endlich an einen Spezialisten überwiesen wurde. Dieser hatte dann leider schon seinen Verdacht (PSC) und die Diagnosemaschine hat diesen dann später bestätigt. Unter dem Stichpunkt der Komorbidität gab es dann als Schmankerl noch die Diagnose der CU dazu.
Behandlung erfolgte mit Ursodesoxycholsäure für die PSC und Mesalazin für die CU. Trotz der Behandlung leide ich an schweren Schüben, ich bin ausgezehrt, habe Gewicht verloren. Jeder Tag ist ein Kampf und bringt viel Ungewissheit.
Colitis Ulcerosa und PSC
1 Donnerstag, den 05. Februar 2015 um 11:10 Uhr
Martina
Hallo,
meine Tochter war mit CU und PSC erkrankt. Im Behandlungsverlauf wurden noch andere Komplikationen festgestellt (Splenomegalie, Thrombozytopenie, Ascites, Anämie, Varizen, Mangel an Vitamin K, D, A und noch andere). Meine Tochter war auf der Warteliste wegen Leber-Transplantation und hat das leider nicht geschafft.
Sie hatte schwere Sepsis mit Multiorganversagen bekommen und Organisierende Pneumonie mit Candida.
Und noch dazu mehrere kleinere Herzinfarkte.
Sie war 6 Wochen im Künstlichen Koma und nicht mehr aufgewacht. Ja, und in dem Behandlungsverlauf hat sich ihre Leber von Leberfibrose zu einer Leberzirrhose entwickelt.
PSC und CU kann tödlich sein!!