Auf welche Weise hemmt Azathioprin das Immunsystem?

Azathioprin ist ein sehr starker Immunblocker. Er wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, die mit einer überschießenden Immunreaktion einhergehen. Dazu zählen auch Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Angriff an der DNA

Azathioprin wird im Körper zu 6-Mercaptopurin umgewandelt, das dann als aktiver Metabolit die eigentliche Wirkung entfaltet. Die Hemmung des Immunsystems durch 6-Mercaptopurin beruht im wesentlichen auf einer Störung der DNA- und RNA-Synthese. Und das führt zu einer beeinträchtigten Zellvermehrung, vor allem der Immunzellen.

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Der Wirkmechanismus: 6-Mercaptopurin ähnelt in seiner Struktur den DNA-Bestandteilen (den Nukleosiden). Der aktive Wirkstoff von Azathioprin wird deshalb von den Zellen fälschlicherweise in die DNA oder auch RNA eingebaut. Es entstehen fehlerhafte DNA-Stränge und das wiederum hindert die Zellen daran, sich zu vermehren.

Da sich Immunzellen sehr rasch vermehren, führt eine Behandlung mit Azathioprin vor allem zu einer Immunblockade. Allerdings werden auch andere Zellen beeinträchtigt, zum Beispiel Blutzellen, was die teilweise erheblichen Nebenwirkungen des Medikaments erklärt (Störung der Blutbildung, Anämie u.a.). Die zunehmende Infektanfälligkeit unter der Behandlung ist direkte Folge der Immunblockade.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn