Warum erkranken "Landkinder" seltener an Colitis ulcerosa und Morbus Crohn?

Das ist leider noch nicht geklärt. Aber hochinteressant. Zwar schützt das Leben auf dem Land nicht hundertprozentig vor Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Doch das Risiko für diese entzündlichen Darmerkrankungen scheint laut verschiedenen Studien geringer zu sein, wenn man auf dem Dorf groß wird.

Diese Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr Kontakt zu Stalltieren hatten, später seltener an Colitis ulcerosa und Morbus Crohn erkranken. Das gleiche gilt übrigens auch für Kinder, die mit mindestens zwei älteren Geschwistern aufwachsen. Demgegenüber steht eine größere Häufigkeit chronischer Darmentzündungen in Städten.

Zu wenig Dreck?

Warum das so ist, ist noch nicht geklärt. Ähnlich wie bei Allergien (auch häufiger in der Stadt) ist denkbar, dass ein "schmutzigeres" Aufwachsen (mehr Kontakt zu Fremdstoffen) förderlich für die körpereigene Abwehr ist und der Entwicklung von derartigen "Zivilisationskrankheiten" vorbeugt. Dazu passt übrigens auch, dass sowohl die Colitis ulcerosa als auch Morbus Crohn in den Industrienationen deutlich häufiger sind als in der Dritten Welt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn