Durchfall und Krämpfe: Habe ich einen Reizdarm, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn?

Bei chronischen Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen denkt man schnell an eine Colitis ulcerosa oder einen Morbus Crohn. Nicht selten steckt aber ein sogenanntes Reizdarm-Syndrom dahinter. Es wird auch Reizkolon oder Colon irritabile genannt.

Im Unterschied zu Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind Symptome wie Blutungen, Fieber oder andere Entzündungszeichen (z.B. zu viele weiße Blutkörperchen im Blut) jedoch nicht vorhanden. Auch bei einer Darmspiegelung oder Röntgenuntersuchung zeigen sich dann meist keine auffälligen Veränderungen des Darms (im Gegensatz zu Colitis ulcerosa und Morbus Crohn).

Ursachen: Stress? Ernährung?

Im Prinzip ist aber auch das Reizdarm-Syndrom eine Verlegenheitsdiagnose. Sie bedeutet nichts anderes als "Ich weiß nicht, warum Sie Darmbeschwerden haben, aber eine bekannte Erkrankung ist es nicht." Bisher gibt es nur Vermutungen, wie dieses Beschwerdebild entstehen kann. Ganz vorne auf der Liste stehen dabei Stress und andere psychische Belastungssituationen. Ratsam ist es bei dauerhaften Darmbeschwerden ohne erkennbaren Grund aber auch immer, die eigene Ernährung zu überprüfen - zum Beispiel, indem Sie nacheinander bestimmte Lebensmittel über ein paar Wochen weglassen und dann schauen, wie es Ihnen im Magen-Darm-Bereich geht. Am besten ist es, dazu eine Art Tagebuch zu führen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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