Stoma oder Pouch: Wie lange dauert es, bis sich die Verdauung wieder normalisiert?

Wenn der Dickdarm entnommen wird, müssen die Operateure eine künstliche Verbindung zwischen Dünndarm und Haut (Ileostoma) oder Dünndarm und After (ileoanaler Pouch) aufbauen. Danach muss der verbliebene Dünndarm erst lernen, die früheren Aufgaben des Dickdarms mit zu übernehmen.

In der Regel dauert es etwa acht Wochen, manchmal auch zwölf Wochen, bis sich die Konsistenz (Festigkeit) und die Stuhlgangshäufigkeit halbwegs stabilisiert haben. Danach muss man mit etwa drei bis fünf flüssigen Stühlen pro Tag rechnen.

Je weniger Dünndarm im Körper verbleibt, desto weniger Darmabschnitte gibt es, die den Funktionsverlust ausgleichen können. Aber selbst wenn große Teile des Dünndarms fehlen, nimmt die Funktion bzw. die Aufnahmefähigkeit des Restdarms mit der Zeit zu. Dennoch kann es bei der zusätzlichen Entnahme großer Dünndarmabschnitte bis zu einem Jahr dauern, bis eine stabile Situation erreicht ist.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze

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