Was versteht man unter der Operation "restaurative Proktokolektomie mit ileo-pouch-analer Anastomose" (IPAA)?

Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein gängiges Operationsverfahren bei Colitis ulcerosa. Dabei entfernen die Chirurgen Grimmdarm (Kolon) sowie Mastdarm (Rektum) und stellen die Verbindung zwischen den oberen und unteren Darmabschnitten wieder her (Anastomose).

Die "ileo-pouch-anale Anastomose" (IPAA), also das Zusammennähen der beiden Darmenden, stellt sicher, dass man nach der Operation weiter normal Stuhl ausscheiden kann. Dazu legen die Operateure einen Beutel (Pouch) an, den sie aus mehreren Dünndarmschlingen schaffen. Dieser Pouch wird dann am After befestigt. In der Regel erhalten die Betroffenen vorübergehend einen künstlichen Darmausgang.

Ungefähr drei Jahre nach der Operation sollte eine Spiegelung des Pouches mit Entnahme von Gewebeproben erfolgen. Treten zwischenzeitlich Beschwerden auf, die zum Beispiel auf eine Entzündung des künstlichen Beutels hinweisen, ist eine Spiegelung schon vorher notwendig.

Die "restaurative Proktokolektomie mit ileo-pouch-analer Anastomose" ist allerdings nicht immer geeignet. Ausgenommen sind zum Beispiel Patienten, die den Stuhl nicht halten können (Inkontinenz) oder Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) in fortgeschrittenen Stadien haben.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze