Colitis ulcerosa: Kann Kurkuma Remissionen erhalten oder sogar Remissionen herbeiführen?

Zwei jüngere Studien sprechen dafür, dass Kurkuma bei Colitis ulcerosa sowohl eine Ruhephase verlängern kann als auch während einer akuten Krankheitsphase eine Remission herbeiführen kann. Aber der Reihe nach:

Plazebokontrollierte Doppelblindstudie zur Behandlung in der Remission

Kurkuma bzw. das in der Gelbwurz-Pflanze enthaltene Curcumin hat in mehreren Untersuchungen positive Effekte auf den Verlauf von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gezeigt. Mittlerweile gibt es auch den wissenschaftlichen Nachweis, dass Curcumin eine Ruhephase (Remission) bei Colitis ulcerosa verlängern bzw. die Rückfallquote senken kann.

In der japanischen Studie1 wurden 89 Colitis-Betroffene in zwei etwa gleichgroße Gruppen eingeteilt. Alle Patienten erhielten über den gesamten Zeitraum die schulmedizinische Standardmedikation in Form von Sulfasalazin oder Mesalazin. Die eine Gruppe bekam zusätzlich täglich 2 g Curcumin, den Wirkstoff der Kurkuma, die andere ein Scheinmedikament. Wer was bekam, wussten weder Patienten noch die verabreichenden Ärzte. Es handelte sich also um eine plazebokontrollierte Doppelblindstudie.

Deutlich weniger Rückfälle bei Curcumin-Gabe

Die Ergebnisse waren verblüffend: Von den 43 Patienten der Curcumin-Gruppe erlitten innerhalb von sechs Monaten lediglich 2 einen Rückfall, wohingegen in der Plazebo-Gruppe innerhalb dieses halben Jahres 8 von 39 von einem neuen Krankheitsschub betroffen waren. Auch die engmaschig durchgeführten Untersuchungsbefunde waren bei den Colitis-Betroffenen mit Kurkuma-Behandlung durchweg deutlich besser als bei den Vergleichspersonen.

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Nach sechs Monaten wurde die Curcumin-Gabe beendet und beide Gruppen nahmen nun lediglich wieder Mesalazin / Sulfalazin. Die Folge war, dass sich innerhalb des folgenden halben Jahres die Rückfallquoten beider Kollektive allmählich wieder annäherten, d.h., dass nach Abklingen der Curcumin-Wirkung der weitgehende Schutz vor Rückfällen offenbar wieder wegfiel.

Nach Ansicht der Autoren bestätigt die Untersuchung, dass die Essenz der Kurkuma in sehr vielen Fällen Rückfälle bei Colitis ulcerosa verhindern kann.

In aktiver Krankheitsphase fördert Curcumin Remission

Israelische Ärzte gingen in einer randomisierten Studie2 aus dem Jahr 2015 der Frage nach, ob Curcumin auch während eines Colitis-Schubes wirksam ist, also eine Remission herbeiführen oder wahrscheinlicher machen kann. In die Untersuchung wurden 50 Patienten mit milder bis moderater, aber aktiver Colitis ulcerosa (akute Symptome) aufgenommen. Eine Gruppe erhielt Mesalazin plus Plazebo, die andere Hälfte statt Plazebo zusätzlich vier Wochen lang 3 g Curcumin.

Auch hier gab es positive Ergebnisse: Während in der Plazebo-Gruppe nach einem Monat kein einziger Betroffener eine Remission erreichen konnte, waren es in der Curcumin-Gruppe über die Hälfte (54 %)! Auch die Darmspiegelungen zeigten bei den Patienten, die Kurkuma-Kapseln erhalten hatten, relevante Verbesserungen: Bei 38 % von ihnen zeigte die Koloskopie einen Krankheitsrückgang, in der Vergleichsgruppe mit Mesalazin plus Plazebo war das in keinem Fall nachweisbar!

Fazit

Die beiden vorgestellten Studien liefern deutliche wissenschaftliche Belege, dass Curcumin den Verlauf einer Colitis ulcerosa in vielen Fällen sehr positiv beeinflussen kann. Der medizinisch extrahierte Wirkstoff des sogenannten „Gelben Ingwers“ kann dabei offenbar nicht nur Rückfällen vorbeugen, sondern auch die Krankheits-Aktivität während eines Schubes reduzieren.

Weitere Informationen zu Kurkuma finden Sie hier.

Autorin: Dr. med. Monika Steiner

Studien:

  • 1. Hanai H et al., Curcumin maintenance therapy for ulcerative colitis: randomized, multicenter, double-blind, placebo-controlled trial., Clin Gastroenterol Hepatol. 2006.

  • 2. Lang A et al., Curcumin in Combination With Mesalamine Induces Remission in Patients With Mild-to-Moderate Ulcerative Colitis in a Randomized Controlled Trial., Clin Gastroenterol Hepatol. 2015.