Muss bei Stuhlinkontinenz operiert werden?

Meistens nicht. Operative Eingriffe kommen bei Stuhlinkontinenz nur in Betracht, wenn weder Medikamente noch Ernährungsumstellungen noch körperliche Übungen geholfen haben. Auch bei Verletzungen des Schließmuskels am After, des Analkanals oder des Beckenbodens können Operationen notwendig sein.

Was für eine Operation im Fall der Fälle notwendig ist, hängt von der individuellen Situation ab. Oft genügen kleinere chirurgische Eingriffe. Nur ganz selten kann bei einer sehr schweren Inkontinenz, die nicht anders in den Griff zu bekommen ist, auch das Anlegen eines künstlichen Darmausgangs notwendig werden. Dabei wird das Ende des Dickdarms durch die Bauchwand nach außen gelegt (Kolostomie) und der Stuhl in einen Beutel geleitet.

Ein Vorfall des Mastdarms aus dem After (ein sogenannter Rektumprolaps) lässt sich ebenfalls mit einem relativ kleinen chirurgischen Eingriff behandeln.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze