Gibt es alternative Therapien oder komplementäre Verfahren außerhalb der Schulmedizin, die bei Colitis ulcerosa helfen können?

Komplementäre Therapien sind Behandlungen, die zusätzlich zur gewöhnlichen (konventionellen) Therapie angewendet werden können. Dazu gehören zum Beispiel Homöopathie, Naturheilverfahren oder die traditionell chinesische Medizin (TCM), zu der auch die Akupunktur zählt. Wohingegen alternative Methoden Behandlungen sind, die die konventionelle Therapie komplett ersetzen.

Richtet man sich nach den "Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Colitis ulcerosa" (von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV)), sollten alternative Verfahren nicht angewendet werden.

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Differenzierter wird das bei komplementären Verfahren betrachtet. Die Wirksamkeit vieler komplementärer Therapien konnten Forscher in Studien bislang nicht belegen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie nicht wirken, da ihre Effekte sich mit schulmedizinischen Methoden oft schwer nachweisen lassen.

Probiotika werden in gewissen Situationen auch von Schulmedizinern empfohlen. Probiotika sind lebende Mikroorganismen wie Bakterien, die geschluckt werden und dann gegen körpereigene Entzündungen wirken können.

Zudem scheinen bestimmte Verfahren der traditionell chinesischen Medizin (TCM) bei leichten bis mäßigen Schüben einer Colitis ulcerosa wirksam zu sein. Dazu gehören das pflanzliche Arzneimittel "Jiang-Pi-Ling-Tabletten" sowie gewisse Akupunkturverfahren Allerdings empfiehlt sich die Anwendung der Jiang-Pi-Ling-Tabletten außerhalb der TCM nicht, da zu wenige Erfahrungen in Europa bestehen.

Autorin: Dr. med. Anne-Kristin Schulze

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