Stimmt es, dass Magersüchtige vor dem Erwachsenwerden flüchten?

Es gibt zumindest einige Experten, die das so sehen. Insbesondere, wenn man sich der Entstehung einer Magersucht psychoanalytisch nähert, ergibt diese Annahme auch durchaus Sinn.

Demnach haben die Betroffenen eine unbewusste Angst vor dem Erwachsenwerden. Den damit verbundenen Herausforderungen und Anforderungen (unter anderem auch der Sexualität) gehen sie dadurch aus dem Weg, dass sie versuchen, ihre Kindergestalt beizubehalten. Wohlgemerkt, all dies ist den Jugendlichen nicht bewusst. Es würde aber ganz gut erklären, warum Magersucht so häufig in der Pubertät beginnt.

Insgesamt geht man heute davon aus, dass Essstörungen nicht auf eine Ursache zurückzuführen sind, sondern eher mehrere Ursachen zusammen: psychische Faktoren, gesellschaftliche Einflüsse und möglicherweise sogar genetische Veranlagung.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann