Magersucht: Wie kann ich als Angehöriger am besten Unterstützung leisten?

Einen nahestehenden Menschen leiden zu sehen, ist für niemanden gut erträglich. Besonders schlimm ist es jedoch, jemanden augenscheinlich beim Verhungern zusehen zu müssen, wie das bei der Magersucht im Extremfall durchaus passieren kann.

Was also tun, um Rat und Beistand zu leisten und bestenfalls aus der Krankheit heraus zu begleiten. Leider gibt es hierfür keine Patentregel. Viele Patienten mit Magersucht isolieren sich im Krankheitsverlauf immer mehr von ihren sozialen Kontakten und verfallen dadurch nur noch mehr in eine negative Spirale. Um dem entgegenzuwirken und das als Angehöriger auszuhalten, bedarf es viel Kraft. Deshalb ist es wichtig, dass man nur so weit begleiten kann, wie die persönlichen Ressourcen es zulassen.

Hilfreich: Verständnis und Akzeptanz

Eine Möglichkeit der Unterstützung ist es allerdings, nicht mit Unverständnis auf oftmals stark emotionale oder irrationale Aussagen zu reagieren, sondern Raum für Gespräche und Gefühle zu bieten. Oft kann es schon helfen, zu signalisieren, dass man die derzeitige Lage verstehen möchte und akzeptieren kann, dass die erkrankte Person andere Wahrnehmungen hat, als die Realität zeigt.

Auch bei gemeinsamen Mahlzeiten ist es wichtig, keinen Druck aufzubauen, sondern einen verständnisvollen, nicht wertenden Umgang zu finden. Trotzdem kann eine regelmäßige, kontrollierte Konfrontation, besonders in Bezug auf das Körperbild und das Essverhalten, durchaus hilfreich sein.

Nicht abwenden, sondern begleiten

Das Wichtigste ist jedoch, dass Sie sich nicht abwenden. Die soziale Isolation ist von den Patienten mit Magersucht nicht gewünscht, sondern nur Ausdruck von Hilflosigkeit. Die negative Spirale der Essstörung wird dadurch nur noch mehr unterstützt.

Ein eigener Therapieversuch kann als Angehöriger selbstverständlich nicht geleistet werden und ist für die eigene psychische Gesundheit auch durchaus nicht förderlich. Die Begleitung zu einer professionellen Therapie und der emotionale Beistand durch fürsorgliche und liebende, aber nicht strafende Worte, können jedoch stark zur Genesung beitragen. Für die Patienten mit Magersucht ist es wichtig zu erfahren, dass sie trotz Gewichtszunahme, trotz jeglicher Veränderung, akzeptiert und wertgeschätzt werden.

Autorin: Fee Kalter

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