Müssen die Eltern von einer Therapie der Magersucht oder Bulimie erfahren?

Diese Frage stellt sich manch eine Betroffene, weil es ihr unangenehm ist, ihre Eltern oder Freunde einzuweihen. Allerdings kann diese Geheimhaltung meist ohnehin nicht lange aufrechterhalten werden und ist auch nicht sinnvoll.

Bei Minderjährigen erfahren die Eltern automatisch von einer geplanten Behandlung. Zwar dürfen bereits Jugendliche ab 15 Jahre einen Antrag auf Therapie bei der Krankenkasse stellen, doch wendet sich diese immer an die Eltern, da das Kind nicht volljährig ist.

Bei Volljährigkeit findet der Schriftverkehr hingegen mit dem Patienten selbst statt, auch wenn dieser bei den Eltern mitversichert ist. Wir raten allerdings selbst dann dringend von dieser Geheimhaltung ab. Das Problem ist ja da, und es wird nicht dadurch besser, dass man es verschweigt. Im Gegenteil: Das Einbeziehen von Eltern, Partnern oder Freunden wirkt sich oft sehr positiv aus und kann bei dem Weg aus der Erkrankung heraus enorm hilfreich sein.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann