Magersucht oder Bulimie: Wie kann man den Betroffenen am ehesten helfen?

Um das Essverhalten von Menschen mit Magersucht oder Bulimie zu verändern, braucht es in der Regel eine länger andauernde Therapie. Auch wenn Sie dem oder der Betroffenen sehr nahe stehen, wenn es sich zum Beispiel um Ihre Tochter handelt, können Sie das Essverhalten Ihrer Liebsten kaum beeinflussen. Das gelingt sehr viel eher "neutralen" und fachkundigen Therapeuten.

Wichtig ist es aber, bleiben wir beim Beispiel mit der Tochter, sie nicht „fallen“ zu lassen, sondern im Gegenteil, sie mit ihrer Krankheit zu akzeptieren und zu unterstützen. Hilfreich kann es schon sein, zu sagen, dass man für sie da ist und sie jederzeit kommen kann, wenn sie Hilfe braucht. Hilfe kann darüber hinaus auch bedeuten, Termine, etwa bei Beratungsstellen, beim Arzt oder bei Krankenkassen, zu begleiten oder die Begleitung anzubieten.

Magersucht lässt sich nicht wegdiskutieren

Den natürlichen Reflex, das Problem durch gutes Zureden beseitigen zu wollen, können Sie vergessen. Das hilft dem oder der Betroffenen nicht, im Gegenteil. Seien sie da, Seien Sie in der Nähe, zeigen Sie Verständnis, aber verzichten Sie auf Druck.

Am allerwichtigsten bei Magersucht und Bulimie ist professionelle Hilfe.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).