Wie sollen Familie, Partner oder Freunde mit Magersucht- oder Bulimie-Patienten umgehen?

Die Konfrontation mit einer Essstörung bei einem Menschen, der einem nahe steht, verunsichert die meisten zuerst. Unverständnis steht dem Kontakt und der Kommunikation mit dem Erkrankten im Wege. Deshalb sollte der erste Schritt sein, sich Informationen über Magersucht bzw. Bulimie einzuholen.

Wichtig ist zu wissen, dass sich essgestörte Patienten nicht einfach zu einem gesünderen Essverhalten zwingen oder überreden lassen. Auch Kritik oder Anklagen sind nicht konstruktiv und helfen dem Betroffenen nicht.

Verständnis hilft, Druck schadet

Gefragt ist ein verständnisvoller Umgang mit dem Patienten, ohne Vorwürfe und Druck. Das bedeutet nicht, dass über das Thema Essen nicht gesprochen werden darf. Sinnvoll sind Anregungen zum Nachdenken. Gefragt ist außerdem Geduld: Eine Magersucht oder Bulimie verschwindet nicht über Nacht.

Insgesamt sollte man mit nahestehenden Menschen, die mit einer Essstörung zu kämpfen haben, nicht plötzlich vollkommen anders umgehen als vorher. Allerdings ist es auch nicht nötig, das Thema rund um die Krankheit zu tabuisieren, also gar nicht darüber zu sprechen.

Autor: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (1)
Antwort
1 Freitag, den 17. April 2015 um 12:43 Uhr
Linda Maus
Hallo, ich habe eine Tochter, die Magersucht und Bulimie im Wechsel hat, seit elf verdammten Jahren. Ich habe meiner Tochter vorgeschlagen, der Krankheit einen Namen zu geben. Bei uns heißt sie Luzie. Ich dachte, dass wenn wir sie personifizieren, kann Stefanie besser gegen sie ankämpfen.

Eigentlich könnte ich als Mutter soviel über diese Krankheit und was sie mit meinem Kind macht schreiben, das würde aber den Rahmen sprengen. (angegebene Telefonnummer haben wir entfernt).
Ich würde auch gerne ein Buch darüber schreiben, wie ich mich als Co- Abhängige fühle, leider weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Ich finde es toll, dass Sie sich für das Thema Essstörung interessieren. Vielen , vielen Dank dafür.

Linda Maus