Magersucht: Können die Eltern ihr Kind zu einer Therapie zwingen?

Nein. Auch wenn die Eltern von Kindern mit Magersucht oder Bulimie den völlig verständlichen Drang haben, sofort eine Behandlung zu starten – erzwingen können sie es nicht. Die einzige Ausnahme sind lebensbedrohliche Krisensituationen.

Das mag aus Sicht der Eltern zunächst inakzeptabel klingen, weil sie doch nur helfen wollen und für ihr Kind verantwortlich sind. Aber was man sich dabei klar machen muss: Eine erzwungene Behandlung würde überhaupt nichts bringen, wäre sogar kontraproduktiv. Ein unwilliger Patient mit Magersucht und Bulimie lässt sich – ganz unabhängig vom Alter – nicht erfolgreich therapieren.

Nicht aufgeben, nicht verzweifeln!

Wichtig ist in diesem Fall, nicht aufzugeben, sondern weiter zu versuchen, die Motivation zur Behandlung und Einsicht in die Notwendigkeit zu fördern. Das ist leider nicht immer einfach und erfordert viel Geduld und Beharrlichkeit. Aber es ist immer wieder wichtig sich klarzumachen, dass einseitiger Zwang – abgesehen von Notfallsituationen wie akuten körperlichen oder psychischen Krisen – nicht zu einer Heilung führt.

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Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn