Was soll man tun, wenn Menschen mit Magersucht Selbstmordgedanken haben?

Berichtet Ihnen Ihr Kind oder eine anderweitig nahestehende Person mit Magersucht oder Bulimie von Selbstmordgedanken, dann sollten Sie das in jedem Fall ernst nehmen. Das gilt auch für andere selbstgefährdende oder fremdgefährdende Gedanken oder Taten.

Leider sind Essstörungen wie die Magersucht sehr häufig auch mit depressiven Gedanken verbunden – zumindest zweitweise. Und in einigen – zum Glück seltenen – Fällen kann das tatsächlich bis hin zu Selbstmordplänen gehen.

Unbedingt Therapeuten einbeziehen

Wenn das passiert, sollten Sie unbedingt einen Therapeuten informieren. Denn auf jeden Fall ist dann eine Behandlung notwendig. Nicht der Magersucht, sondern der Depression. Es kann dabei sinnvoll oder sogar erforderlich sein, den Betreffenden vorübergehend stationär aufzunehmen – auch gegen dessen Willen.

Die fachkundigen Therapeuten können am besten beurteilen, wann keine Selbstgefährdung mehr vorliegt und der Betreffende entweder auf eine andere Station oder nach Hause entlassen werden kann.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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