Was ist Pro Ana? Welche Gefahr birgt es?

Pro Ana steht für eine Befürwortung und Idealisierung von Anorexie nervosa, also der Magersucht. Es handelt sich um eine nicht-institutionelle Online-Bewegung, mit der besonders Frauen, die an Magersucht erkrankt sind, im Krankheitsverlauf in Kontakt kommen.

Hierbei geht es um den Zusammenschluss vieler junger Frauen, die die Erkrankung und das damit verbundene "dünn sein" bewusst anstreben und verherrlichen. Innerhalb dieser Community gibt es viele Facetten. Sowohl Unterstützungen aber auch sozialer Druck werden hierbei ausgeübt. Viele Frauen suchen sich sogenannte „Twins“, eine Partnerin, mit der sie regelmäßig im Kontakt sind und sich zum Abnehmen motivieren.

Regeln und Rituale

Erkennungszeichen wie ein rotes Armband oder kleine Flügelanhänger tragen zum Zugehörigkeitsgefühl bei. Beliebt sind ebenfalls die sogenannten „Thinsporations“. Hierbei geht es vor allem um Bilder stark abgemagerte junger Frauen, die suggerieren, dass dies der einzig richtige Weg zum Glücklich sein ist. Die Definition von Glück wird auch in den „Regeln von Ana“ anders beschrieben, als es für die meisten Menschen vorstellbar ist. Die Regeln zeigen Möglichkeiten des Hungerns auf, Bestrafungen, falls man doch mehr gegessen hat als vorgesehen, oder Motivationsanregungen, um sein „Ziel“, meist durch eine Kilogrammzahl definiert, zu erreichen.

Zweifelhafte Freundin

Diese sowieso schon schwerwiegende Krankheit wird hierbei zur „Freundin“ gemacht, zur Unterstützerin in allen Lebenslagen, zur Retterin und doch zur Feindin. Pro Ana übernimmt binnen kürzester Zeit mehr Einfluss auf die Betroffenen, als Familie und Freunde schaffen abzufangen – und treibt so noch mehr in die soziale Isolation.

Die Gefahr, die diese Community mit sich bringt, ist offensichtlich. Aufgrund dessen, dass alles als ein großes Geheimnis gewahrt werden soll, ist es sehr schwer für Außenstehende, die Dynamik dahinter zu erkennen. Weiterhin ist es nur Unterstützung einer sowieso schon schweren psychischen Erkrankung, sodass die Einsicht oftmals fehlt, etwas verändern zu wollen. Man kämpft also gegen zwei Windmühlen gleichzeitig. Hier gilt es, nicht den Mut und das Gespräch zum Erkrankten verlieren. Manchmal schafft man es, ein besserer Freund als Ana zu sein.

Autorin: Fee Kalter

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