Was passiert in einer Selbsthilfegruppe für Magersucht?

Wie genau eine Selbsthilfegruppe organisiert ist und in welcher Form sie zusammenkommt, ist natürlich von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Entscheidend mitbestimmt wird das letztlich ja auch durch die Teilnehmer. Aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten, die man in fast allen Gruppen antrifft.

Grundsätzlich zu unterscheiden sind offene und geschlossene Gruppen. Zu einer offenen Selbsthilfegruppe kann jeder kommen. Die geschlossenen Gruppen sind dagegen auf eine bestimmte Teilnehmerzahl beschränkt (meist 6-12 Personen) und bleiben in dieser Zusammensetzung für länger zusammen.

Entscheidend: Vertrauen und Austausch

Die meisten uns bekannten Selbsthilfegruppen treffen sich ein- bis zweimal pro Woche. Ein einzelnes Treffen dauert dabei meist zwei bis drei Stunden. Gesprochen wird über alles: über den Alltag, den Umgang mit der Familie und Freunden, über Probleme in der Schule oder im Beruf und natürlich auch über therapeutische Erfahrungen. Wichtig ist in diesen Gruppen das Vertrauen, dass man alles sagen kann, was man denkt oder empfindet, ohne dass man schief angeguckt wird und ohne, dass das den Raum verlässt.

Dabei ist es gar nicht von Bedeutung, dass alle Teilnehmer die gleichen Ess-Störungen haben oder sich in einer ähnlichen Phase befinden. Im Gegenteil: Oft sind gerade die verschiedenen Krankheitsformen (Magersucht, Bulimie, Mischvarianten) und die unterschiedlichen Lebenssituationen in ein und derselben Gruppe hilfreich und bereichernd. Auch was die "Erfahrung" mit der Erkrankung angeht, ist in einer solchen Gruppe meist das gesamte Spektrum vertreten.

Tatsache ist: Der vertrauensvolle Austausch mit anderen Betroffenen kann etwas zur Genesung beitragen, was kein Arzt oder Therapeut in gleicher Weise leisten kann.

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Kommentare (1)
Kommentar zu Selbsthilfegruppen
1 Donnerstag, den 01. Januar 2015 um 18:38 Uhr
J.J Tate
Ich selber bin in FB in der Magersucht und Bulimiegruppe seit weit über einem Jahr. Ich helfe hier sehr gerne anderen, soweit es mir möglich ist. Es geht um den Austausch untereinander der für andere sehr wichtig sein kann, vor allem wenn es sich um die Jüngeren Erkrankten handelt. Jedoch sollte man sich auch an die Regeln solcher Gruppen halten. Klar es muß immer wieder darauf hingewiesen werden, aber dies gehört nunmal dazu. Ich konnte meine Hilfen schon erhalten. Jeder sollte die Chance auf Hilfe haben!!!