Kann der Arzt anhand von Blutuntersuchungen feststellen, ob eine Magersucht vorliegt?

Nein, zumindest nicht im Sinne eines klaren Beweises. Es gibt also keinen eindeutigen Blutwert, der so nur bei Magersucht oder Bulimie vorkommt.

Trotzdem kann eine Blutuntersuchung wertvolle Hinweise geben. Besteht zum Beispiel anhand der Symptome und Berichte der Angehörigen der Verdacht, dass eine Magersucht vorliegt, können bestimmte Blutwerte diesen Verdacht untermauern, weil sie auf eine Unterversorgung mit Nahrung hindeuten.

Typische Blutwerte bei Menschen mit chronischer Unterernährung sind:

  • zu wenig rote Blutkörperchen (Anämie)
  • zu wenig weiße Blutkörperchen (Leukopenie)
  • zu wenig Blutplättchen (Thrombozytopenie)
  • mitunter erhöhtes Cholesterin (Abbau von Fettreserven)
  • erniedrigte Eiweißwerte

Allerdings sind sämtliche Werte nicht zwingend vorhanden. Das heißt, auch bei völlig normalen Werten ist eine Magersucht nicht ausgeschlossen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn