Magersucht: Frühsymptome unbedingt ernst nehmen

Viele Eltern von Töchtern, die eine Neigung zur Magersucht haben, verschließen möglicherweise zu lange die Augen vor dem Problem. Dies zumindest deutet eine Untersuchung der Universität Dresden an.

Magersucht beginnt häufig in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Allerdings kündigt sich die Ess-Störung oft schon viel früher durch ein gestörtes Essverhalten an. Doch nun zeigt eine Befragung: Längst nicht immer wird das rechtzeitig erkannt.

Umfrage in Dresden

6.000 Fragebögen an 40 Schulen in Dresden hatten die Wissenschaftler verteilt. Die erste große Enttäuschung: 75% der Fragebögen wurden überhaupt nicht zurückgeschickt. Aus den restlichen ausgefüllten Fragebögen wurden 148 Mädchen mit einem Risiko identifiziert. Die Psychologen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen viel höher liegt.

Dann wandten sich die Wissenschaftler an die Eltern der gefährdeten Mädchen, um mit ihnen ein diagnostisches Gespräch zu führen. Das führte zur zweiten großen Enttäuschung: Die Hälfte dieser Eltern lehnten ein solches Gespräch rundweg ab. Dabei offenbarte sich eine große Gleichgültigkeit: “Für so´nen Scheiß hab´ ich keine Zeit.” Oft wurde die Meinung geäußert, dass sich das schon wieder geben werde.

Dafür kann es in vielen Fällen zu spät sein. Wissenschaftler betonen, dass der Weg zurück aus dem Teufelskreis aus Essstörung und Gewichtsverlust oft schwierig und langwierig sei. Und jede zehnte Betroffene sterbe daran.

WANC 13.12.2011
Quelle: TU Dresden