CML: Medikamente

Hydroxycarbamid

Die Normalisierung des Blutbildes lässt sich oft bereits durch Anwendung von Hydroxycarbamid (Hydroxyharnstoff, englisch: Hydroxyurea) erreichen.

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Dieses Zytostatikum ist seit langem auf dem Markt. Es hemmt die Umwandlung der Ribonucleotide in Desoxyribonucleotide und ist auch bei den anderen oben genannten myeloproliferativen Erkrankungen wirksam.

Nebenwirkungen sind selten, gelegentlich leichte Übelkeit, sehr selten Schleimhautschäden oder Lebertoxizität. Durch diese Therapie ist es möglich, die Leukozytenzahl im Blut annähernd wieder auf Normalbereiche zu reduzieren (5 000 bis 10 000/μl).

Ein nachhaltiger Einfluss auf den Krankheitsverlauf ist jedoch mit dieser Normalisierung nicht verbunden. Nach durchschnittlich drei Jahren kommt es zur weiteren Verschlechterung des Zustandes und zum Eintritt in die Akzelerationsphase.

Interferon-α

Interferon-α (IFN-α) ist ein Zytokin, welches von Leukozyten gebildet und freigesetzt wird; es dient der Immunantwort auf virale und bakterielle Infektionen. Es induziert in den Zielzellen, zum Beispiel bei Virusbefall, unter anderem eine Proliferationshemmung.

Zudem steigert es die Aktivität der zytotoxischen T-Zellen und Makrophagen. Interferon wird initial mit einer Chemotherapie kombiniert. In über 55% der Fälle (bei Therapiebeginn im Frühstadium) kommt es zu einer vollständigen hämatologischen Remission.

In weniger als 10% sogar zu einer zytogenetische Remission. Da es bei Absetzen der Therapie zu einer erneuten Verschlechterung des Krankheitsbildes kommt (= Rezidiv), wird die Therapie lebenslang durchgeführt. Kommt es allerdings unter Interferon-Behandlung zu einem erneuten Anstieg der Leukozyten, wird wiederum eine Kombinationstherapie mit einem Chemotherapeutikum angestrebt.

Interferon α ist ein häufig nicht sehr gut verträgliches Medikament. Es kann zu grippeähnlichen Symptomen kommen, die aber abhängig von der Dosis auftreten.

ie Interferon-Therapie hat in vielen Fällen Auswirkungen auf die Konzentrations- und Merkfähigkeit, Depressionen können auftreten, sowie Schwindel, Verwirrtheit und Polyneuropathien. Zudem hat es Auswirkungen auf den Gastrointestinaltrakt und auf die Leber.

Imatinib

Bei Patienten, die BCR-ABL-positiv sind, kann eine spezifische Therapie zum Einsatz kommen. Der Wirkstoff Imatinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der speziell die ABL-Tyrosinkinase kompetitiv hemmt.

Dadurch wird die unkontrollierte Proliferation (Zellwachstum/teilung) der CML-Zellen gehemmt und die Apoptose (Zelltod) der betroffenen Zelle induziert.

Neue Tyrosinkinase-Hemmstoffe

Zwei neue Tyrosinkinase-Hemmstoffe der zweiten Generation, Dasatinib und Nilotinib sind mittlerweile zur Behandlung der CML bei Imatinib-Resistenz oder -Unverträglichkeit zugelassen.

Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass Dasatinib und Nilotinib bei den meisten Imatinib-Resistenzen wirken. Zudem können sie bei einer Imatinib-Unverträglichkeit des Patienten eingesetzt werden

Dasatinib ist ca. 300mal wirksamer in der Hemmung von Kinasen und der häufigsten Mutationen. Lediglich bei der Mutation T315I wirkte bisher kein bekannter Tyrosinkinase-Hemmstoff. D

abei liegt eine Genmutation vor, die zum Aminosäureaustausch Threonin → Isoleucin an Position 315 führt. Isoleucyl-Reste sind erheblich größer als Threonyl-Reste und verhindern so möglicherweise die Bindung des Pharmakons an die spezifische Bindungsstelle.

Im März 2008 wurde mit SX393 ein Hemmstoff vorgestellt, der in vorklinischen Studien bei der Mutation T315I Wirkung zeigte. Eine Wirkstoff-Kombination mit Nilotinib oder Dasatinib erwies sich als möglich und notwendig, da auch SX393 allein nicht bei allen bekannten Imatinib-Resistenzen wirkt.

 

 

 


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