Warum ist bei einer chronisch myeloischen Leukämie die Größe der Milz so wichtig?

Weil die Größe der Milz sehr viel über die Krankheitsaktivität aussagt. Ist die Milz stark vergrößert, spricht dies für eine sehr aktive Phase der Leukämie. Wird sie hingegen wieder kleiner, ist die Leukämie mit hoher Wahrscheinlichkeit gut unter Kontrolle.

Eine solch hohe Aussagekraft hat die Milz vor allem bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML). Denn speziell bei dieser Leukämie-Form wird der Untergang an gesunden weißen Blutkörperchen im Knochenmark in hohem Maße von der Milz kompensiert. Die ist nämlich auch zur Blutbildung befähigt und versucht in den aktiven Phasen der CML, dem Mangel an Blutzellen entgegenzuwirken. Weil das zu einer "Mehrarbeit" der Milz führt, wird sie in diesen Phasen größer. Splenomegalie nennen das die Ärzte.

Kleine Milz = erfolgreiche Behandlung

Wird eine chronisch myeloische Leukämie erfolgreich medikamentös behandelt, normalisiert sich die Blutbildung im Knochenmark wieder und die Milz wird entlastet. Sie wird wieder kleiner. Das erklärt, warum die behandelnden Ärzte auch nach dem Abklingen akuter Krankheitsphasen immer wieder die Milz abtasten.

Bei den akuten Leukämie-Formen und auch bei der CLL (chronisch lymphatische Leukämie) ist die Milz in der Regel weniger stark vergrößert und eignet sich entsprechend nur bedingt als diagnostisches Kriterium.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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