Was ist eine Splenomegalie?

Mit einer Splenomegalie bezeichnen Ärzte eine vergrößerte Milz. Insbesondere bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML) ist das ein häufiger Befund, zumindest in den aktiven Krankheitsphasen. Denn da auch die Milz zur Blutbildung befähigt ist, übernimmt sie bei der CML in solchen Phasen die Produktion von Blutzellen. Und weil sie dann sehr viel mehr zu tun hat als normalerweise, wird sie größer.

Die Untersuchung der Milz dient damit aber auch der Beurteilung, ob die Therapie erfolgreich ist. So wird die Milz zum Beispiel bei einer medikamentösen Behandlung mit Imatinib (Glivec®) deutlich kleiner, wenn die Therapie anschlägt. Dann nämlich normalisiert sich die Blutbildung im Knochenmark wieder und die Milz wird als Stellvertreter nicht mehr benötigt – prompt wird sie wieder kleiner.

Eine vergrößerte Milz ist kein Beweis für eine Leukämie

Wichtig zu wissen ist aber, dass eine vergrößerte Milz nicht zwingend durch eine Leukämie entstehen muss. Auch Infektionskrankheiten wie das Pfeiffersche Drüsenfieber, rheumatische Erkrankungen oder Funktionsstörungen der Leber können zu einer großen Milz führen.

Der Begriff Splenomegalie ist übrigens aus dem Griechischen abgeleitet: Splen heißt die Milz und das Wort "mega" ist ja mittlerweile so sehr Bestandteil des Alltags-Slangs, dass man es nicht mehr erklären muss. Warum aber viele Ärzte in den Befundbericht "Splenomegalie" statt "vergrößerte Milz" schreiben und damit den Arztbrief für die Betroffenen vorsätzlich unverständlich machen, entzieht sich unserer Kenntnis und ist in unseren Augen arrogant und blödsinnig.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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