Wie hoch ist das Rückfallrisiko für Kinder nach Abschluss einer Leukämie-Behandlung?

So pauschal lässt sich das leider nicht beantworten. Es gibt für die Rückfallquote keine allgemein gültigen Zahlen, was vor allem daran liegt, dass es so viele verschiedene Leukämie-Formen gibt.

Wie erfolgreich die dauerhafte Vernichtung der Krebszellen gelingt, hängt neben der Art und dem Stadium der Leukämie auch von individuellen Risikofaktoren des Kindes ab, wie z.B. dem Alter und dem Vorhandensein anderer Erkrankungen. Die Fachärzte auf diesem Gebiet beziehen deshalb die Heilungsergebnisse immer auf einen bestimmten Zeitraum nach Abschluss der Behandlung.

In rund 80% der Fälle gibt es einen guten Verlauf

Ein paar Zahlen zur akuten lymphatischen Leukämie (ALL), die rund 80% der kindlichen Leukämieformen ausmacht: Etwa jedes fünfte Kind (20%) erleidet innerhalb von 5 Jahren nach der Chemotherapie einen Rückfall (Rezidiv). Die jährliche Rezidiv-Quote in Deutschland wird mit ca. 15% angegeben. Das bedeutet, von den etwa 550-600 neu an ALL erkrankten Kinder bekommt pro Jahr jedes 7. Kind einen Rückfall.

Bei einer Ersterkrankung, also dem erstmaligen Auftreten der Leukämie, liegt die Heilungsrate dank neuerer Behandlungsmethoden im Mittel bei 90% – also sehr hoch. Bei einem Rückfall der ALL sind die Heilungschancen mit 35-40% leider deutlich ungünstiger.

Für den Ausgang im individuellen Fall haben diese statistischen Prognosewerte allerdings keine unmittelbare Aussagekraft – wenn Ihr Kind bereits einmal den Blutkrebs besiegt hat, kann ihm das auch ein zweites Mal gelingen!

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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