Was sind die häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie?

Pauschal lassen sich die Nebenwirkungen einer Chemotherapie natürlich kaum vorhersagen, weil das von den jeweiligen Medikamenten und deren Dosis abhängt und auch bei jedem anders verläuft. Aber unterm Strich ist es schon so, dass Übelkeit und Erbrechen sowie Haarausfall am häufigsten auftreten.

Meine 10 persönlichen Tipps für die Ernährung während einer Chemotherapie

weiterlesen...

Längst nicht immer so schlimm wie im Fernsehen

Also genau jene Nebenwirkungen, an die man bei einer Chemotherapie auch primär denkt, schließlich wird uns das Thema in zahlreichen Serien und Filmen immer wieder eindrucksvoll vor Augen geführt. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass es "in Wirklichkeit" längst nicht immer so dramatisch ist wie im Fernsehen. Zwar ist die Chemotherapie auch heute noch alles andere als gut verträglich. Aber immerhin haben sich die Möglichkeiten verbessert, die Beschwerden zu lindern.

So kann man heute mit modernen "Antiemetika" (das sind Medikamente gegen Übelkeit) das körperlich oft belastendste Symptom relativ gut eindämmen. Den Haarausfall, der ja vor allem die Psyche belastet, auch weil er die Gegenwart der Chemotherapie so drastisch illustriert, kann man hingegen kaum verhindern, zumindest bei den meisten Präparaten nicht.

Weitere häufige Nebenwirkungen der Chemotherapie sind:

  • Abgeschlagenheit
  • erhöhte Infektanfälligkeit (Vorsicht: So gut wie möglich vor Infekten schützen)
  • erhöhte Blutungsneigung
  • Funktionsstörungen der Eierstöcke und Hoden (Produktion der Geschlechtshormone kann sinken)

Hochdosis-Chemotherapie bei akuter Leukämie: gute Heilungschancen, aber auch vermehrte Nebenwirkungen

Insgesamt sind die Nebenwirkungen einer Chemotherapie nicht nur Wirkstoff-abhängig, sondern auch sehr stark dosisabhängig. Das bedeutet, dass zum Beispiel bei einer anfänglichen Induktions-Chemotherapie einer akuten Leukämie (hochdosiert, möglichst alle Leukämiezellen sollen vernichtet werden) auch die Nebenwirkungen heftiger ausfallen. Aber dafür geht es hier auch um Heilung.

Die (halbwegs) gute Nachricht zum Schluss: Normalerweise ist der Spuk mit Abschluss der Chemotherapie auch bald vorbei. Die meisten der Nebenwirkungen gehen ja vor allem auf eine Schädigung der Darmschleimhaut und der Blutzellen zurück (Blutarmut, Infektanfälligkeit) und sowohl Darm als auch Knochenmark brauchen nicht lange, um sich zu erholen. Nach etwa drei bis vier Wochen ist der Zellverlust in der Regel komplett kompensiert.

Autor: , November 2012





Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen