Warum muss man während einer Knochenmarktransplantation auf die Isolierstation?

Um sich vor schweren Infektionen zu schützen. Denn die körpereigene Abwehr wird durch die der Knochenmarktransplantation vorgeschaltete Chemotherapie und Ganzkörperbestrahlung praktisch schachmatt gesetzt. In den Tagen vor und nach der Stammzelltransplantation ist damit jeder herumfliegende Keim extrem gefährlich.

Auf die Chemotherapie und Bestrahlung, die an dieser zeitweisen Abwehrschwäche schuld sind, kann aber leider nicht verzichtet werden. Im Gegenteil: Sie sind obligatorischer Bestandteil der Knochenmarktransplantation. Denn damit die neuen Blutstammzellen wirklich eine Heilung herbeiführen können, müssen möglichst alle alten und Leukämie-kranken weißen Blutkörperchen vernichtet werden. Und das bringt das Immunsystem in der akuten Behandlungsphase komplett zum Erliegen.

Keime ausschließen, so gut es geht

Auch auf der Isolierstation ist das Infektionsrisiko nicht gänzlich ausgeschlossen, denn Keime kann es sogar hier geben. Aber zumindest ist die Gefahr deutlich reduziert, weil diese Räumlichkeiten höchstmöglich steril gehalten werden. Für Besucher bedeutet das, dass sie, wenn überhaupt, nur mit Schutzkleidung zum Patienten dürfen.

Mit dem Problem der verminderten Immunabwehr hat man leider auch nach dieser Akutphase noch zu kämpfen, wenn auch nicht mehr so dramatisch, dass man auf die Isolierstation müsste. Aber die Medikamente, die man zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen einnehmen muss, reduzieren ebenfalls die Abwehrkraft des Körpers. Erst nach etwa einem Jahr ist die erhöhte Infektionsgefahr halbwegs überstanden.

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