Welche Nebenwirkungen hat die Knochenmarktransplantation?

Die bedeutendste Nebenwirkung der Knochenmarktransplantation (bzw. Stammzelltransplantation) ist die stark verringerte Immunabwehr. Daran schuld ist gar nicht die Einschleusung der neuen Stammzellen, sondern die vorherige, hochdosierte Chemotherapie und Strahlentherapie. Die gehört zwingend zu dieser Behandlung, weil erst alle alten Leukämie-Zellen vernichtet werden müssen, damit die transplantierten Blutstammzellen das Zepter in die Hand nehmen können. Aber eben diese vorangehende Behandlung setzt die körpereigene Abwehr für eine gewisse Zeit auf ein Minimum herab.

Blockade des Immunsystems

Aus diesem Grund muss man vor und während der ersten Tage nach der Knochenmarktransplantation auch in eine Art Isolierstation im Krankenhaus. Hier herrschen extrem sterile Bedingungen, und Besucher dürfen nur mit Schutzkleidung hineinkommen. Denn in dieser Phase sind wegen der praktisch lahmgelegten Immunabwehr alle Arten von Keimen sehr viel gefährlicher als normalerweise. Zur Vorbeugung müssen für bestimmte Zeit auch Antibiotika und ähnliche Medikamente eingenommen werden, die ebenfalls ihre Nebenwirkungen haben können.

Auch wenn das Immunsystem vor allem in dieser akuten Behandlungsphase stark beeinträchtigt ist, hat man mit dem Grundproblem noch etwas länger zu tun. Denn in den Wochen und Monaten nach der Stammzelltransplantation müssen starke Immunblocker eingenommen werden, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Und auch diese Medikamente reduzieren die körpereigene Abwehr.

Unfruchtbarkeit leider kaum zu vermeiden

Darüber hinaus kann die Knochenmarktransplantation auch diverse Spätfolgen haben, die durchaus gravierend sind. So werden Frauen durch die hochdosierte Chemotherapie sehr häufig dauerhaft unfruchtbar. Weitere mögliche Folgen sind ein verfrühter Beginn der Wechseljahre, ein grauer Star (Linsentrübung), der aber operiert werden kann, und mitunter sogar spätere, andere Krebserkrankungen.

Allerdings darf man bei alldem eines nicht vergessen: Die Knochenmarktransplantation kann das Leben retten und diese Möglichkeit der kompletten Heilung der Leukämie ist unterm Strich ein Segen.

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Kommentare (1)
Enorme Gewichtsabnahme nach Chemo und anschließender Stammzellenübertragung
1 Samstag, den 27. Oktober 2018 um 10:04 Uhr
Gisela Fangrath
Die Tochter meines Lebensgefährten leidet unter extremer Übelkeit, und kann noch nichteinmal etwas bei sich behalten! Woran kann es liegen? Sie hat schon 45kg abgenommen! Nichteinmal die Astronautenkost bewirkt etwas - außer Durchfall! Was kann man machen, damit sie etwas essen kann ohne zu erbrechen?
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