Leukämie: Wie wirkt Rasburicase (Fasturtec) beim Tumorlysesyndrom?

Rasburicase (Fasturtec®) senkt den Harnsäurespiegel im Blut. Dieser kann beim Tumorlysesyndrom unter einer Chemotherapie teils massiv ansteigen und ein Nierenversagen nach sich ziehen.

Umwandlung von Harnsäure in Allantoin

Bei Tumorerkrankungen, die mit einer hohen Zellzahl einhergehen, wie typischerweise die akuten Leukämien, wird mit der Chemotherapie viel Harnsäure, Kalium und Phophat aus den bekämpften Zellen freigesetzt. Kalzium sinkt sekundär durch den Anstieg von Phosphat. Diese Veränderungen führen zu schweren Komplikationen wie Nierenversagen, Herzrhythmusstörung, plötzlichem Herztod und Krampfanfällen.

Rasburicase (Fasturtec®) wirkt beim Tumorlysesyndrom prophylaktisch und therapeutisch, indem es Harnsäure in Allantoin umwandelt, ein Eiweiß, das in der Natur in Pflanzen- und Tierorganismen vorkommt, vom menschlichen Körper aber selbst nicht produziert wird. Es ist sehr gut nierengängig und kann mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Harnsäurewerte im Blut sinken entsprechend.

Nur bei hohem Risiko

Rasburicase ist ein Medikament mit starken Nebenwirkungen. Da es oft nicht gut vertragen wird, wird es nur bei Menschen mit hohem Risiko für ein Tumorlysesyndrom eingesetzt. Bei der Risikoeinschätzung spielen neben Tumorart und Chemoregime auch Begleiterkrankungen (Nierenschwäche) und Alter des Betroffenen eine Rolle.

Fasturtec® steht nur als Infusion, nicht als Tablette zu Verfügung.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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