Welches Medikament ist bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML) erste Wahl?

Nach derzeitigem Stand (2014) Imatinib. Das Medikament wird unter dem Namen Glivec® vertrieben. Im Gegensatz zur klassischen Chemotherapie bei Leukämie handelt es sich bei Imatinib um einen Arzneistoff, der sehr spezifisch auf Leukämie-Zellen wirkt. Damit werden kaum gesunde Körperzellen geschädigt, wie das bei der herkömmlichen Chemotherapie der Fall ist. Das bedeutet vor allem weniger Nebenwirkungen.

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Zielgerichtete Hemmung eines Leukämie-Enzyms

Imatinib ist ein sogenannter Tyrosinkinase-Hemmer. Der Wirkstoff blockiert die Arbeit eines bestimmten Enzyms, der Bcr-Abl-Tyrosinkinase. Und dieses Enzym ist für das Wachstum der Leukämie-Zellen verantwortlich. Es handelt sich bei der Behandlung also um einen sehr gezielten Angriff auf die Vermehrung der Blutkrebszellen.

Der große Vorteil dabei: Diese Tyrosinkinase gibt es nur in Leukämie-Zellen. Genauer gesagt sogar nur bei der CML, also der chronisch myeloischen Leukämie. Mit einer Einschränkung: In den 10% aller CML-Fälle, die kein sogenanntes Philadelphia-Chromosom aufweisen, wirkt Imatinib nicht. Weil bei dieser CML-Variante die Tyrosinkinase fehlt.

Sonst aber gilt Imatinib bzw. Glivec® als erste Wahl der Behandlung, soweit keine Stammzelltransplantation (Knochenmarktransplantation) möglich ist. Mit dieser medikamentösen Behandlung kann die Erkrankung oft viele Jahre erfolgreich aufgehalten werden.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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