Wie wird eine chronisch lymphatische Leukämie (CLL) behandelt?

Häufig muss die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) über viele Jahre gar nicht behandelt werden. Nur eine regelmäßige Blutbildkontrolle ist dann notwendig. Das hängt damit zusammen, dass die Erkrankung oft nur sehr langsam voranschreitet und kaum Beschwerden verursacht.

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Eine Notwendigkeit zur Behandlung besteht allerdings, wenn sich die Blutwerte verschlechtern (wachsende Zahl an Leukämie-Zellen im Blut) oder Beschwerden auftreten. Dann wird meist eine Chemotherapie empfohlen. Je nach der individuellen Situation können das Infusionen oder auch nur Tabletten sein. Im Gegensatz zur CML (chronisch myeloische Leukämie) werden außerdem oft zusätzlich Kortison-Wirkstoffe verordnet, weil Kortison die Aktivität von Lymphozyten – auch von Leukämie-Lymphozyten – eindämmt.

Sonderform B-Zell-Leukämie

Eine besondere Situation liegt bei einer chronisch lymphatischen Leukämie vom B-Zell-Typ vor. Mediziner nennen diese Leukämie-Variante auch B-CLL. Hier ist eine Chemotherapie oft nicht wirksam. Deshalb gilt hier als Mittel der ersten Wahl ein spezieller Antikörper. Dessen Name klingt zwar eher nach einem mexikanischen Schamanen, ist aber hochmodern: Alemtuzumab. Der Wirkstoff richtet sich gegen die Oberfläche der entarteten Lymphozyten. Mit Alemtuzumab kann das Fortschreiten einer B-CLL aufgehalten werden. Weitere Antikörper wie Rituximab werden derzeit (2012) getestet.

Zum Hintergrund: Solche Behandlungsansätze gibt es auch schon länger bei bösartigen Lymphomen. Das sind Blutkrebsformen, die ebenfalls von den Lymphzellen ausgehen. Zwar kann eine Leukämie bisher auch mit Antikörpern nicht geheilt werden. Durch die sehr spezielle Wirkung erhofft man sich aber auf längere Sicht deutliche Vorteile gegenüber der Chemotherapie.

Stammzelltransplantation und Infektabwehr

Eine Stammzelltransplantation in Kombination mit einer hochdosierten Chemotherapie, wie sie bei der CML in einigen Fällen möglich ist und dann zu einer kompletten Heilung führen kann, ist bei der CLL noch nicht genügend erprobt, wird aber in Studien getestet.

Außerdem muss man mit einer chronisch lymphatischen Leukämie relativ häufig Antibiotika einnehmen, denn die Erkrankung führt in ihren aktiven Phasen zu einem deutlich erhöhten Infektionsrisiko. Manchmal werden zur Vorbeugung auch sogenannte Immunglobuline verordnet, das sind auch im Körper produzierte Abwehrstoffe.

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Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft



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