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Migräne: Ursachen und Auslöser

Was hat Migräne mit dem Wetter zu tun? Können Schokolade und Alkohol einen Migräneanfall auslösen? Wird Migräne vererbt? Diese und weitere Fragen zu den Ursachen und Auslösern von Migräne beantworten wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Migräne gehört zu den häufigsten Kopfschmerzformen. Sie tritt oft im jungen bis mittleren Erwachsenenalter auf, wobei mehr Frauen als Männer betroffen sind.

Während die genauen Ursachen und Entstehungsmechanismen nach wie vor nicht vollständig geklärt sind, ist eine Reihe von auslösenden Faktoren bekannt, die einen akuten Migräne-Anfall triggern können. Dazu gehören z.B.:

  • Stress
  • Alkohol
  • ein veränderter Schlafrhythmus
  • hormonelle Schwankungen
  • Lärm
  • Kälte

Ursachen

Wie entsteht eine Migräne?

Obwohl die Migräne seit rund 4000 Jahren bekannt und beschrieben ist, ist ihre genaue Ursache immer noch weitgehend ungeklärt. Man nimmt heute an, dass die Migräne auf eine entzündliche Veränderung von Nervenfasern im Gehirn zurückgeht, die an der Schmerzübertragung beteiligt sind.

Ins Interesse der Forscher ist seit einiger Zeit ein besonderer Botenstoff gerückt, das Calcitonin Gene-Related Peptide, kurz auch CGRP genannt. Experten gehen davon aus, dass das Eiweißmolekül CGRP und der fünfte Hirnnerv, der Trigeminus, eine tragende Rolle bei der Entstehung des Kopfschmerzes spielen.

Schnellkurs: Was passiert im Gehirn?

In welchem Alter tritt Migräne meist auf?

Eine Migräne kann praktisch in jedem Alter vorkommen, sogar im Kindesalter. Am häufigsten treten Migräne-Anfälle jedoch im mittleren Erwachsenenalter auf, zwischen 35 und 45 Jahren.

Volkskrankheit Migräne

Insgesamt sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. 12-14% aller Frauen sollen Studien zufolge an Migräne-Anfällen leiden. Bei Männern wird eine Häufigkeit von 6-8% angegeben.

Mit einer Einjahresprävalenz (Einjahresvorkommen) von 10-15% bei den Erwachsenen ist die Migräne schon fast eine Volkskrankheit. Sie trifft besonders Menschen im erwerbsfähigen Alter beziehungsweise zur Zeit der Familiengründung. Eine Migräneerkrankung kann damit Berufs- und Familienleben stark beeinträchtigen und große volkswirtschaftliche und persönliche Auswirkungen haben.

Migräne im Kindesalter

Auch Kinder können schon unter Migräne leiden. Etwa 4-5% aller Jungen und Mädchen erkranken vor dem Eintritt der Pubertät. In diesem Alter gibt es noch keinen Geschlechterunterschied beim Auftreten der Migräne. Die zunehmende Häufigkeit bei Frauen speziell nach der Pubertät kann auf hormonelle Ursachen hindeuten, aber bewiesen ist hier nichts.

Ein wenig mehr Verständnis in die Abläufe der Kopfschmerzentstehung hat die Entdeckung des CGRPs (Calcitoin Gene-Related Peptide) gebracht, ein Eiweißmolekül, das am Migränemechanismus beteiligt ist. Der Botenstoff führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße in den Hirnhäuten, die für die Schmerzen bei der Migräne verantwortlich gemacht wird.

Wird Migräne vererbt?

Ja, zumindest die Veranlagung zur Migräne kann vererbt werden. Wenn zum Beispiel ein oder beide Elternteile unter Migräneanfällen leiden, muss man nicht zwingend auch Migräne bekommen, aber die Wahrscheinlichkeit ist erhöht.

Der familiäre Zusammenhang ist zweifelsfrei nachgewiesen. Ein bestimmtes Gen, das für die Migräne allein verantwortlich gemacht werden kann, wurde bisher aber nicht gefunden. Offenbar spielen bei der Entstehung der Migräne eine ganze Reihe an Faktoren mit, zu denen auch bestimmte genetische Anlagen gehören.

Auslöser

Wodurch kann ein Migräneanfall ausgelöst werden?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Relativ häufige auslösende Faktoren sind Stress oder auch Alkoholgenuss, und bei Frauen Hormonschwankungen während des Monatszyklus.

Schlaf, Käse und andere Verdächtige

Auch Lärm- und Rauchbelastungen, Kälte, Veränderungen des Schlaf-Rhythmus (langes Ausschlafen bei sonst immer frühem Aufstehen) und Aufenthalt in großer Höhe können Migräne-Anfälle auslösen. Unter den Nahrungsmitteln sind bestimmte Käsesorten bei einigen Betroffenen auslösend.

Erstaunlicherweise kommt es am Wochenende häufiger zu Migräneanfällen als wochentags. Die Gründe dafür sind noch nicht restlos geklärt. Fest steht aber, dass einige Menschen mit Migräne nicht während der Stress-Phasen, sondern direkt nach Abschluss von Stress-Phasen Migräne-Anfälle bekommen – was am Wochenende öfter vorkommt. Auch Veränderungen des Schlaf-Rhythmus am Wochenende (plötzlich langes Ausschlafen) können dafür verantwortlich sein.

Schnellkurs: Weitere Migräne-Auslöser

Migräne: Davonlaufen vor den Auslösern ist falsch

Vermeiden ist kontraproduktiv

"Ich esse keine Schokolade, weil das bei mir immer eine Migräne auslöst." "Ich kann keinen Alkohol trinken, weil ich dann garantiert einen Migräne-Anfall bekomme." Solche Tabu-Sätze waren bis vor kurzem eine logische Methode, um Migräne-Attacken zu vermeiden. Nun aber sagen Wissenschaftler, dass das "Aus dem Wege gehen" vor diesen Auslösern falsch ist.

Zum Hintergrund: Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine konsequente Vermeidung der Faktoren, die bei einem wiederholt schon einen Migräne-Anfall ausgelöst haben, verkehrt ist – auch wenn es vernünftig klingt. Geht man nämlich den Auslösern aus dem Wege, verschlimmert sich die Situation sogar noch. Die Empfindlichkeit gegen Schokolade, ein Glas Wein oder was immer es ist nimmt eher noch zu. Und es gesellen sich schnell weitere Auslöser hinzu, wie Migräne-Experte Prof. Peter Kropp aus Rostock unlängst auf einer Fachtagung ausführte.

Lieber die Auslöser in homöopathischen Mengen zuführen

Kropp empfiehlt, sich stattdessen bewusst den sogenannten Trigger-Faktoren auszusetzen. Allerdings nur ab und zu und in kleinsten Mengen – homöopathisch sozusagen. Dann gewöhnt sich das verrückt spielende Nerven- und Gefäßsystem im Gehirn daran und wird praktisch desensibilisiert.

Können Blutverdünner wie Marcumar eine Migräne verbessern?

Immer wieder wird berichtet, dass sich Migräne unter einer länger andauernden Behandlung mit Tabletten zur Blutverdünnung wie Marcumar® bessert bzw. sich die Häufigkeit von Migräneattacken verringert. Bewiesen ist das nicht, aber denkbar durchaus.

Wirkung über besseren Blutfluss?

Die Ursache von Migräne liegt in einer Engstellung von Gefäßen bzw. Gefäßspasmen, was zu einer verringerten Durchblutung von Hirnarealen führen kann. Eine mögliche Erklärung für eine gewisse Wirksamkeit von Gerinnungshemmern ist, dass diese ja die Fließfähigkeit des Blutes verbessern und so zu einer besseren Durchblutung führen. Kommt es seltener zu Engstellungen der Gefäße bzw. ist die Durchblutung auch enggestellter Gefäße verbessert, könnte dies die Häufigkeit und Heftigkeit von Migräneattacken durchaus positiv beeinflussen.

Allerdings sind deshalb weder Marcumar® noch andere Gerinnungshemmer zur Behandlung einer Migräne geeignet. Insofern ist diese Frage nur für diejenigen relevant, die wegen anderer Erkrankungen ohnehin Blutverdünner einnehmen müssen.

Quellen:

 

 

Kommentare: Archiv

Migränehäufigkeit durch Blutverdünner
Mittwoch, den 24. April 2019 um 08:18 Uhr, Karina
Bisher hatte ich durchschnittlich monatlich eine Migräne mit Aura. Wegen Vorhofflimmerns muss ich jetzt den Blutverdünner Eliquis einnehmen. Inzwischen bin ich bei drei Migränen wöchentlich gelandet.

Migräne und Antikoagulantien
Sonntag, den 28. Oktober 2018 um 12:07 Uhr, Kurt
Nach einer Herz-OP musste ich 3 Monate lang Marcumar nehmen. In der Zeit hatte ich deutlich häufiger (3 Wochen) Migräne als zuvor (1 Monat). Nachdem Marcumar abgesetzt wurde, haben sich meine Migräneattacken wieder auf die Häufigkeit „vor Marcumar“ reduziert. Seit einer Woche muss ich nun - nach „kleinen Lungenembolien“ - wieder ein Antikoagulantium, diesmal Pradaxa, einnehmen. Jetzt hat die Häufigkeit der Migräneattacken auch wieder zugenommen (3x in 4 Tagen). Ob das an den Antikoagulantien liegt weiß ich nicht, aber die Parallelität ist signifikant.

Migräne häufiger mit Marcumar
Donnerstag, den 21. Juni 2018 um 08:36 Uhr, Katja
Ich nehme seit 9 Tagen Marcumar und habe jeden Tag Vorboten von Migräne (Aura/Flimmern vor den Augen). Davor, als ich 6 Wochen nur ASS 100 genommen habe, hatte ich das nur einmal während der ganzen Zeit. Verstehe nicht so ganz, warum es jetzt - mit Marcumar - so schlimm geworden ist.

Gute Informationen
Mittwoch, den 25. Oktober 2017 um 06:25 Uhr, Sabine F.
Egal zu welchem Gesundheitsthema ich in diesem Portal recherchiere, es finden sich immer unglaublich ausführliche und hilfreiche Informationen. Die Idee, Artikel immer mit einer Frage einzuleiten, finde ich besonders gelungen - da kommt man sozusagen von Hölzchen aufs Stöckchen und fühlt sich am Ende wirklich gut informiert. Danke für Ihre Seite!

Wechseljahre und Migräne
Samstag, den 02. Januar 2016 um 09:44 Uhr, B.Mautz
Ich bin 69, habe die Wechseljahre nie richtig wahrgenommen. Aber, wie gut, ab ca. 64 haben sich die Migräneanfälle (begonnen, als ich Ende 20 war) verabschiedet. Ich habe nie Alkohol getrunken, bis Anfang 40 geraucht. Vermutlich durch mehr Ruhe im Alter, ist Stressvermeidung möglich und auch die Hormone spielen nicht mehr verrückt.

Migräne in den Wechseljahren
Freitag, den 28. November 2014 um 12:47 Uhr, yacaka
Ich leide seit uber 30 Jahren an Migräne. Doch in den letzten Monaten haben sich die Schmerzen verschlimmert sogar mit Schwindelanfällen. Früher hatte ich ein paar Tage Migräne nach der Menstruation. Nun sind es fast täglich. Nachts wache ich meistens mit Hitzewallung auf und morgens beginnen die Kopfschmerzen.

Eigene Erfahrungen bestätigen das
Donnerstag, den 19. Juli 2012 um 09:52 Uhr G.B.
Ich kann aus aktueller Erfahrung bestätigen, daß die Einnahme von Marcumar die Häufigkeit und Stärke der Migräne-Attacken erheblich reduziert. Und zwar um so mehr, je höher der INR ist. Wegen Thrombophilie nehme ich Marcumar seit einem Vierteljahr und habe nur 3 mal leichte an Migräne-Attacken erinnernde Kopf- und Muskelschmerzen gehabt, die mit Entspannungsmaßnahmen bis zum Abend weggingen. Vor der Thrombose hatte ich 5 Tage Migräne!!!, und danach 10 Tage Durchfall. Dies war die Ursache der Thrombose. Bei einem INR, der in der Einstellungsphase auch über 3 war, hatte ich gar keine Migräne, erst als der INR wieder unter 2,5 bis 1,6 fiel. Ich konnte geradezu an den auftretenden Kopfschmerzen ablesen, dass der INR zu niedrig ist...
Meine Mutter hatte ihr Leben lang Migräne und ist an einer Lungenembolie gestorben. Ich sehe einen eindeutigen Zusammenhang.

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