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Lungenentzündung: Symptome und Diagnostik

Die Einteilung der Lungenentzündung ist ein wenig komplex. Mediziner unterscheiden zum einen, wo sich jemand ansteckt, in einer Klinik oder zu Hause; zum anderen teilen sie das Krankheitsbild nach Verlauf, klinischer Untersuchung und Röntgenbefund in typisch und atypisch ein. Im folgenden Beitrag beantworten wir Fragen zu den Symptomen und zur Diagnostik bei Lungenentzündung.

Was sind typische Beschwerden bei einer Lungenentzündung? 

Eine Lungenentzündung äußert sich typischerweise durch folgende Symptome:

  • grippaler Infekt oder Bronchitis seit Tagen, mit Tendenz zur Verschlechterung statt Verbesserung
  • meist (hohes) Fieber
  • sehr rasche und angestrengte Atmung, oft stöhnend oder pfeifend
  • schmerzhafter Husten, trocken oder mit Schleim
  • eventuell Auf- und Abbewegung der Nasenflügel beim Atmen
  • schweres Krankheitsgefühl, Apathie (Kinder oft wenig ansprechbar)
  • evtl. Atemnot, blaue Lippen

bei Säuglingen:

  • deutlich sichtbare Bewegung der Nasenflügel
  • Einziehung der Haut über den Schlüsselbeinen und zwischen den Rippen

Wie wird eine Lungenentzündung (Pneumonie) festgestellt?

Menschen mit einer Lungenentzündung (Pneumonie) haben oft – aber nicht immer – hohes Fieber, Luftnot und Husten. Abhorchen mit dem Stethoskop, Blutabnahme und Röntgenbild können den Verdacht bestätigen.

Vom Fieber zum Röntgenbild

Eine Pneumonie ist eine Infektion der kleinen Lungenbläschen (Alveolen), manchmal auch des umliegenden Gewebes. Oft nisten sich hier Bakterien ein und lösen die Entzündungsreaktion aus, aber auch Viren oder seltener Pilze können dies tun.

Abhängig vom Bakterium beziehungsweise Erreger kann eine Lungeninfektion typisch oder atypisch verlaufen. Bei der typischen Form haben Betroffene in der Regel hohes Fieber, Schüttelfrost, eitrigen Auswurf und Gliederschmerzen.

Die Blutentnahme zeigt deutlich erhöhte Entzündungswerte. Hierzu gehören zum Beispiel CRP (C-reaktives Protein) und weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Beim Abhorchen mit dem Stethoskop hören Mediziner bei einer klassischen Pneumonie ein Rasseln und Knistern über dem betroffenen Areal. Ein Röntgenbild bestätigt den Verdacht. Hier zeigt sich ein aufgehelltes Gebiet (Infiltrat) über der ansonsten eher dunklen, lufthaltigen Lunge.

Weitere Tests

Ärzte kontrollieren bei einer Pneumonie nicht nur die Entzündungswerte, sondern auch ein Basislabor, das unter anderem Nierenwerte und Elektrolyte untersucht. Wenn Menschen so schwer erkranken, dass sie in eine Klinik aufgenommen werden müssen, folgen in der Regel weitere Untersuchungen.

Eine sogenannte Blutkultur wird abgenommen und angelegt, um den entsprechenden Keim zu identifizieren und die antibiotische Therapie gegebenenfalls anpassen zu können. In schwereren Fällen, wenn sich zum Beispiel Wasser oder gar Eiter in der Lunge ansammelt, können ein Computertomogramm (CT) und Ultraschalluntersuchungen notwendig werden.

Atypische Pneumonien

Menschen mit einer sogenannten atypischen Pneumonie zeigen oft einen eher schleichenden Verlauf. Hohes Fieber bleibt dabei aus, im Vordergrund stehen neben trockenem Husten und Luftbeschwerden allgemeine Schwäche und Kraftlosigkeit. Häufig fehlt das klassische Rasselgeräusch beim Abhorchen.

Im Vergleich zur typischen Pneumonie sind es andere Keime, die hier die Entzündung verursachen. Die diagnostischen Schritte sind insgesamt ähnlich, manchmal kann es aber etwas länger dauern, bis die Diagnose feststeht. 

Was ist eine typische Lungenentzündung?

Eine typische Pneumonie ist das, was wir uns gemeinhin unter einer Lungenentzündung vorstellen. Betroffene sind schwer krank, haben hohes Fieber mit Husten und müssen Antibiotika nehmen. Es sind ganz bestimmte Bakterien, die den klassischen Verlauf auslösen.

Daneben gibt es auch atypische Verläufe einer Lungenentzündung mit schlechter greifbaren Beschwerden wie allgemeiner Schwäche und trockenem Reizhusten. Hier sind andere Keime für den Krankheitsausbruch verantwortlich.

Plötzlicher Beginn und hohes Fieber

Bei einer typischen Pneumonie erkranken Menschen oft ohne jegliche Vorwarnung. Die Temperatur klettert auf Werte bis zu 40°C mit Schüttelfrost und schweren Gliederschmerzen. Betroffene sind meist kurzatmig und leiden unter Luftnot. Jeder Atemzug kann Schmerzen verursachen. Der Husten ist dabei "produktiv", der Auswurf eitrig und von gelb-grüner Farbe.

Bei der klinischen Untersuchung mit dem Stethoskop hört der Arzt klassische rasselnde und knisternde Geräusche über einem Teilgebiet der Lunge. Ein Röntgenbild bestätigt oft den Verdacht einer Pneumonie. Es zeigt ein Infiltrat (Ansammlung von Keimen und Zellen) in einem Lungenlappen.

Typische Lungenentzündungen werden häufig ambulant außerhalb einer Klinik erworben. In über 50% der Fälle sind es Pneumokokken, die sie auslösen. Ein anderer häufiger Erreger ist der sogenannte Haemophilus.

Was ist eine atypische Lungenentzündung?

Im Vergleich zur typischen beginnt eine atypische Pneumonie eher schleichend und geht mit unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, leichtem Fieber und trockenem Reizhusten einher. Auch eine Viruspneumonie verläuft von der Klinik her ähnlich. Anders als bei der typischen Lungenentzündung fehlen das klassisch hohe Fieber und der gelb-grüne produktive Husten.

Verlaufsform abhängig vom Keim

Je nach Ort der Ansteckung und Verlauf der Lungenentzündung sind diverse Keime Auslöser der Erkrankung. Anhand der Einteilung können Ärzte entscheiden, welches Antibiotikum mit hoher Wahrscheinlichkeit hilft.

Die beiden Verlaufsformen der Lungeninfektion werden durch unterschiedliche Bakterien ausgelöst. Während die typische häufig durch Pneumokokken verursacht wird, sind es bei der atypischen Erreger wie Mycoplasmen, Chlamydien oder Legionellen.

Trockener Husten bei atypischer Pneumonie

Entzündungsherde, die durch atypische bakterielle Erreger verursacht werden, können sich diffus in der Lunge verteilen. Neben den Alveolen (Lungenbläschen) kann auch das umliegende Zwischengewebe, das Gerüst, betroffen sein. Der Husten ist dann nicht produktiv, sondern eher trocken, zäh und quälend. Die Infektion selbst beginnt oft schleichend, hohes Fieber spielt seltener eine Rolle.

Beim Abhorchen fällt es dem Arzt nicht leicht zu sagen, ob und wo Hinweise auf eine Entzündung vorliegen. Auch das Röntgenbild zeigt gelegentlich keinen eindeutigen Befund.

Da sowohl klinische Beschwerden als auch ärztliche Untersuchung und selbst Bildgebung nicht immer wegweisend sind, ist die Diagnosefindung manchmal schwieriger und dauert länger als bei einer klassischen Lungenentzündung. Wird eine Infektion durch Mycoplasmen, Chlamydien oder ähnliche Keime vermutet, müssen meist mindestens zwei unterschiedliche Antibiotika eingenommen werden: eins gegen typische und eins gegen atypische bakterielle Erreger.

Was ist eine ambulant erworbene Pneumonie?

Neben typischen und atypischen Pneumonien unterscheiden Mediziner zudem, ob eine Infektion außerhalb (ambulant) oder innerhalb einer Klinik (nosokomial) erworben wurde. In einem Krankenhaus spielen oft andere, teils hartnäckige Erreger bei der Entstehung einer Lungenentzündung eine Rolle.

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Lungenentzündung (Pneumonie): Was ist ein Infiltrat?

Im Rahmen einer Pneumonie (Lungenentzündung) sammeln sich in einem Teilbereich der Lunge Keime und Abwehrzellen. Das entzündete Gebiet nennen Mediziner Infiltrat.

Unruhestifter im Gewebe

Das Wort Infiltrat steht dabei für "Eindringen". Es beschreibt zunächst allgemein, dass im Rahmen von Krankheitsprozessen Erreger, Entzündungszellen oder andere feste und flüssige Substanzen in Körpergewebe eindringen.

Bei einer Pneumonie steht ein Infiltrat für einen mit Keimen infizierten und von Abwehrzellen besetzten Bereich der Lunge. Der Begriff wird aber auch bei Tumorerkrankungen verwendet, bei denen entartete Zellen bestimmte Körperareale befallen.

Heller Fleck im Röntgenbild

Im Röntgenbild können Ärzte bei einer Lungeninfektion das Infiltrat oft bildlich darstellen. Während Knochen und Herz bei der Durchleuchtung hell auffallen, sind die luftgefüllten Lungenflügel im Normalfall dunkel. Das mit Bakterien und Eiter betroffene Areal verdrängt die Luft und erscheint dementsprechend ebenfalls eher fleckig hell statt dunkel.

Bei einer typischen Pneumonie gelingt es Ärzten zudem, das Infiltrat beim Abhorchen abzugrenzen. Dort, wo Keime und Entzündungszellen sitzen, rasselt es.

Sieht man eine Lungenentzündung immer im Röntgenbild?

Ein Röntgenbild zeigt bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) oft, aber nicht immer ganz typische Veränderungen.

Bei einer Pneumonie befallen Bakterien, Viren oder selten Pilze einen Teil der kleinen Lungenbläschen (Alveolen) und lösen eine Entzündung aus. Bei bestimmten Keimen kann zudem das umliegende Gewebe ebenfalls betroffen sein. Abhängig von Bakterienart und Schweregrad der Entzündung können ein oder mehrere Areale der Lunge befallen sein. In schlimmen Fällen betrifft die Pneumonie beide Lungenflügel.

Helle Schatten im Dunklen

Das Röntgenbild gibt es schon lange. Es gehört neben der klinischen Untersuchung, dem Abhorchen mit dem Stethoskop, zu den älteren Untersuchungsmethoden. Schon Ende der 1895er Jahre wurden die Röntgenstrahlen entdeckt.

Sie durchleuchten den Körper und machen Knochen und Lunge sichtbar. Das Bild selbst ist in Schwarzweiß, mit vielen Grauabstufungen. Knochen wie Schlüsselbein und Rippen erscheinen dabei weißlich. Auch Herz und Hauptschlagader sowie Zwerchfell und Bauchraum sind hell. Die Lunge mit ihren beiden Lungenflügeln rechts und links im Brustkorb hingegen erscheint schwarz. Es ist die Luft, die sich im Röntgenbild dunkel zeigt. 

Bei einer Pneumonie sammeln sich neben den auslösenden Keimen Entzündungszellen in den sonst luftgefüllten Alveolen. Dieses Gebiet erscheint im Bild dementsprechend hell statt dunkel.

Typische und atypische Pneumonie im Röntgenbild

Bestimmte bakterielle Erreger wie die häufig vorkommenden Pneumokokken befallen klassischerweise ein einzelnes Areal, einen sogenannten Lungenlappen (Lobus). Sie lösen eine typische Pneumonie aus, die durch einen plötzlichen Beginn, hohes Fieber und Rasselgeräusche beim Abhorchen gekennzeichnet ist.

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Im Röntgenbild leuchtet dabei der entzündete Lappen (Lobus) hell auf. Mediziner sprechen von einer Lobärpneumonie. In schweren Fällen können mehrere Lappen oder gar beide Lungenseiten betroffen sein und weiß erscheinen.

Neben typischen bakteriellen Erregern einer Lungenentzündung gibt es atypische. Zu ihnen gehören zum Beispiel Mykoplasmen und Chlamydien. Auch Viruspneumonien können teilweise zu dieser Gruppe gezählt werden. Eine Pneumonie beginnt hier oft schleichend, der Husten ist eher trocken und zäh, das Fieber nicht so hoch. Das Röntgenbild zeigt eher diffuse Veränderungen und nicht immer einen eindeutigen Befund. 

Autoren: 

Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF): Leitlinie zur Therapie der Pneumonie, Zugriff Juni 2019.

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