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Lungenentzündung (Pneumonie): Grundlagen und Ursachen

Eine Lungenentzündung zählt bei älteren, gesundheitlich angeschlagenen Menschen zu den gefährlichsten Infektionen überhaupt. Sie ist eine typische Folge längerer Bettlägerigkeit und wird nicht selten im Krankenhaus erworben. Im folgenden Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zu den Grundlagen und Ursachen.

Was ist eine Lungenentzündung (Pneumonie)?

Bei einer Pneumonie sind die tiefen Atemwege entzündet. Häufig sind Bakterien die Auslöser, manchmal auch Viren. 

Bakterien und Viren als Übeltäter

Unsere Lungen sind ein feines Gerüst aus unzähligen winzigen Lungenbläschen. Zwei große Flügel liegen jeweils rechts und links im Brustkorb, dazwischen befindet sich das Herz. Sie sind für die Aufnahme und Abgabe von Sauerstoff  beziehungsweise Kohlendioxid verantwortlich.

Wie andere Organe können sich die feinen Bläschen entzünden. Je nach Ausmaß sind ein Teilbereich, mehrere Segmente oder gar beide Lungenflügel betroffen.

Ursache einer Pneumonie sind häufig Bakterien, manchmal auch Viren. Ärzte unterscheiden dabei, ob die Entzündung ambulant erworben wurde, also im häuslichen, alltäglichen Umfeld, oder in einer Klinik aufgetreten ist.

Viele verschiedene Bakterien können eine Pneumonie verursachen. Ein typischer Kandidat sind die sogenannten Pneumokokken, sie sind für circa 50% der ambulant erworbenen Lungenentzündungen verantwortlich. Andere Bakterien, die die Lunge befallen können, heißen Staphylokokken, Klebsiellen, Pseudomonas oder Moraxella.

Typisch und atypisch

Sie alle führen in der Regel zu einer "typischen" Pneumonie mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen bei der Atmung. Im Blut zeigen sich erhöhte Entzündungswerte von CRP (C-reaktives Protein) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Im Röntgenbild sieht man oft, dass ein Bereich der Lunge auf dem Bild weiß statt schwarz erscheint.

Neben typischen gibt es atypische Lungenentzündungen. Sie verlaufen eher schleichend, das Fieber schnellt weniger stark in die Höhe. Häufige Erreger sind hier zum Beispiel Mycoplasmen, Chlamydien und Legionellen. Auch Viren können Lungenentzündungen auslösen. Führend sind hier die Grippeerreger Influenza A und B sowie Adeno- und Cytomegalieviren.

Wer in eine Klinik sollte

Leichter verlaufende Pneumonien können zu Hause, schwerere sollten in einer Klinik behandelt werden. Wer ins Krankenhaus muss, richtet sich unter anderem nach Wachheit bzw. psychischer Verfassung, Atemfrequenz, Blutdruck und Alter.

Junge, an sich fitte Menschen können oft auch ambulant behandelt werden. Ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen, die schnell und flach atmen, nicht mehr klar denken können, einen niedrigen Blutdruck haben oder älter als 65 Jahre alt sind, sollten stationär überwacht werden. Lungenentzündungen können teilweise sehr schwerwiegend verlaufen. Sie nehmen unter den Infektionen Platz 1 der Todesursachen ein.

Die Therapie einer bakteriellen Pneumonie erfolgt fast immer mit Antibiotika. Welches Antibiotikum für Sie das richtige ist, entscheidet Ihr Arzt. Bei der Wahl spielen verschiedenste Faktoren eine Rolle.

Bronchitis oder Lungenentzündung: Was ist der Unterschied?

Während bei einer Bronchitis die kleinen Atemwege der Lunge entzündet sind, betrifft eine Pneumonie (Lungenentzündung) die feinen Lungenbläschen. Betroffene sind oft schwer krank und müssen mit Antibiotika behandelt werden.

Vom Mund bis in die Tiefen der Lunge 

Um den Unterschied zwischen einer Bronchitis und einer Pneumonie besser verstehen zu können, hilft ein kurzer Exkurs in die Anatomie der Atemwege. Die erste Passage beim Atmen umfasst Mund und Rachen, dann folgt die Luftröhre. Nach circa zehn bis zwölf Zentimetern teilt sie sich in einen rechten und einen linken Ast, die ab dort Hauptbronchien heißen.

Sie wiederum verzweigen sich weiter in viele kleinere Gänge, sogenannte Bronchien und Bronchiolen. Ihr Weg führt bis zu den zarten Lungenbläschen (Alveolen), deren Oberfläche ein feines Netz aus Äderchen anliegt. Hier findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Luft und Blut statt.

Bronchitis – Etagenwechsel einer Erkältung

Eine Erkältung wird häufig durch Viren verursacht und befällt Nase und Rachenraum. Sackt der Infekt in tieferliegende Atemwege ab, sprechen Mediziner von einem "Etagenwechsel". Die Entzündung befällt dann das Flimmerepithel der Bronchien. Dies sind Zellen mit feinsten Härchen, deren Aufgabe darin besteht, Eindringlinge wie Bakterien und Viren abzuwehren und Richtung Rachenausgang abzuhusten. Eine Bronchitis geht daher regelmäßig mit quälendem Husten einher. 

Da sie oft von einem Virus ausgelöst wird, heilt sie in der Regel ohne Antibiotika problemlos aus. In seltenen Fällen können auch Bakterien oder Pilze zu einer Entzündung der Atemwege führen. Meist betrifft dies jedoch Menschen mit Lungenvorerkrankungen, wiederholten Infekten oder Immunschwäche.

Pneumonie – Befall der Alveolen

Eine Pneumonie hingegen befällt noch tieferliegende Strukturen, die Lungenbläschen, manchmal auch das sie umgebende Gewebe. Im Unterschied zur Bronchitis sind hier häufig Bakterien die auslösenden Erreger, aber Viren und Pilze können ebenfalls zu einer entsprechenden Infektion führen.

Menschen mit einer Lungenentzündung sind oft "sehr krank".  Neben Husten spielen Luftnot und gegebenenfalls Sauerstoffmangel eine Rolle. Das Fieber kann auf Werte um 40°C steigen, Schwäche und Muskelschmerzen können stark ausgeprägt sein. Die Atemfrequenz kann auf über 30 Atemzüge pro Minute klettern, der Blutdruck abfallen. Bei älteren Menschen treten sogar Bewusstseinstrübungen auf, sie sind dann desorientiert und schläfrig.

Untersuchung bringt Aufklärung

Auch in der körperlichen Untersuchung unterscheiden sich Lungenentzündung und Bronchitis. So hören Mediziner zumindest bei der "typischen" Pneumonie beim Abhorchen mit dem Stethoskop ein feines Rasseln über dem entsprechenden Areal. Ein Röntgenbild kann den Verdacht meist bestätigen. Dort, wo sich Bakterien angesammelt haben, zeigt sich statt der sonst lufthaltigen dunklen Lunge ein weißes Gebiet, ein Infiltrat.

Natürlich gibt es Mischbilder und Fälle, in denen die Diagnose nicht immer so klar und typisch verläuft. Wichtig ist, Warnsignale wie hohes Fieber und Luftnot ernst zu nehmen.

Was sind die Ursachen einer Lungenentzündung?

Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) besiedeln meist Bakterien, manchmal Viren, selten auch Pilze Teile der tiefen Atemwege. Es kommt dort zu einer Entzündungsreaktion, häufig mit Fieber, Luftnot und Husten. Ein schwaches Immunsystem begünstigt den Ausbruch.

Bakterien & Co

Betroffen sind besonders die kleinen Lungenbläschen (Alveolen) und manchmal das umliegende Gewebe. Neben Bakterien, Viren und Pilzen können auch Gase, Staub und Strahlung das Atmungsorgan stark irritieren und zu einer Pneumonie führen.

Häufigster bakterieller Übeltäter einer Lungenentzündung sind die sogenannten Pneumokokken. In über 50% der Fälle sind sie schuld. Andere Bakterien, die ebenfalls die Lunge befallen können, heißen in Kurzform Staphylokokken, Klebsiellen, Mykoplasmen, Chlamydien oder Pseudomonas. Bei den Viren sind es häufig die Grippeerreger Influenza A /B oder Adenoviren.

Mediziner unterscheiden außerdem noch, ob die Entzündung außerhalb (also ambulant) oder innerhalb einer Klinik bzw. Pflegeeinrichtung aufgetreten ist.

Schwaches Immunsystem begünstigt Infektion

Überall, wo Menschen sind, sind auch Erreger wie Bakterien und Viren. Eine Lungenentzündung kann dabei über Tröpfchen beim Händeschütteln, Niesen oder Husten weitergegeben werden. Ein gesunder kräftiger Körper wird den Störenfried in der Regel schnell wieder los.

Problematisch wird es, wenn Lunge oder Immunsystem geschwächt sind. Dies ist zum Beispiel bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), anderen Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder fortgeschrittenem Alter der Fall. Der Körper erkrankt dann leichter an einer Pneumonie. Starker Zigaretten- und Alkoholkonsum schwächen ebenfalls das System und machen die Atemwege empfindlicher.

Noch sensibler und anfälliger sind Menschen, wenn sie aus einem anderen Grund bereits in einer Klinik behandelt werden. Eine akute Erkrankung schwächt den Organismus. Krankenhausbakterien haben dann manchmal freie Bahn. Eine Pneumonie, die 48 Stunden nach Aufnahme in ein Hospital auftritt, ist eine sogenannte "nosokomiale" Lungenentzündung. Ihr Erregerspektrum unterscheidet sich von den ambulant erworbenen Infektionen, was wiederum Auswirkungen auf die Wahl des Antibiotikums hat.

Lebensstil und Impfungen helfen

Wenn Sie sich vor einer Pneumonie schützen wollen, hilft ein gesunder Lebensstil ohne Zigaretten und übermäßigen Alkoholkonsum. Sollten Sie bereits eine Lungenerkrankung oder andere medizinische Probleme haben, achten Sie darauf, dass Sie all Ihre Medikamente korrekt und regelmäßig einnehmen.

Menschen über 60 Jahre, mit Immunschwäche, chronischen Krankheiten oder bekannten Lungenveränderungen wie bei einer COPD sollten gegen Pneumokokken geimpft werden. Darüber hinaus ist auch eine Grippeimpfung hilfreich und notwendig. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die Infektion wird über Tröpfchen weitergegeben, ein gesundes Immunsystem kann den Eindringling aber in der Regel abwehren. Menschen mit einer Immunschwäche, Säuglinge und ältere Personen können hingegen leichter erkranken.

Bunter Strauß an Erregern

Viele Keime können zu einer Lungenentzündung führen. Zu ihnen gehören unter anderem die sogenannten typischen bakteriellen Erreger wie Pneumokokken, die in 50% der Fälle Auslöser einer Lungenentzündung sind.

Auch atypische bakterielle Erreger wie Mycoplasmen, Chlamydien oder Legionellen, Viren wie die Grippeviren Influenza A/B und Pilze zählen zur Gruppe möglicher Übeltäter. Sie alle können sich in den feinen Bläschen der Lunge (Alveolen), die dem Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid dienen, einnisten und hier schwere Entzündungsreaktionen auslösen.

Ein gesundes Immunsystem trotzt dem Keim

Über Husten, Niesen und Händeschütteln gelangen Erreger per Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum nächsten. Trifft ein Keim auf einen gesunden, starken Körper, wird er spätestens in den Atemwegen der Lunge (Bronchien) vom Flimmerepithel abgefangen.

Das Flimmerepithel setzt sich aus Spezialzellen zusammen, die an der Oberfläche der Bronchien sitzen. Sie haben viele kleine Härchen und können Erreger per Hustenreiz zurück nach draußen befördern. Zusammen mit starken Abwehrkräften hat ein Eindringling dann keine Chance.

Risikogruppen müssen aufpassen

Bei immunschwachen Menschen sieht es jedoch anders aus. Zu ihnen zählen Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit einer HIV-Infektion oder einem Organtransplantat, die immunsuppressive (das Immunsystem unterdrückende) Medikamente einnehmen.

Diese Risikogruppe sollte den Kontakt zu Menschen meiden, die eine Lungenentzündung oder einen Infekt der oberen Atemwege haben. In ihrem Fall reichen die Abwehrkräfte nicht immer aus, um sich vor einer Übertragung und Ansteckung zu schützen.

Allgemein gilt: Einfache Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen helfen vorbeugend. Erkrankte sollten zudem zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken.

Kommen Lungenentzündungen vermehrt im Winter vor?

Lungenentzündungen (Pneumonien) können prinzipiell zu allen Jahreszeiten vorkommen, einige treten aber tatsächlich gehäuft in den Wintermonaten auf. Eine Rolle spielt dabei auch das jeweilige Bakterium beziehungsweise Virus.

Pneumonien etwas häufiger im Winter

Eine Studie aus Barcelona hat gut 4000 Menschen mit einer ambulant (außerhalb der Klinik) erworbenen, aber stationär (im Krankenhaus) behandelten Lungenentzündung auf saisonale Zusammenhänge beobachtet. Ein Drittel aller Pneumonien trat dabei zur Winterzeit auf, die anderen zwei Drittel verteilten sich auf Frühling, Sommer und Herbst. Somit gab es zwar eine Häufung an Lungenentzündungen in der kalten Jahreszeit, aber auch in den übrigen Monaten kam die Infektion nicht selten vor.  

In einer Teilgruppe wurde dann weiter untersucht, ob einzelne Keime bestimmte Jahresabschnitte präferieren. Hierbei zeigte sich, dass die häufig vorkommenden Pneumokokken Herbst und Winter bevorzugen, aber auch im Frühling und Sommer relativ oft auftreten. Ähnliches galt für das Grippevirus, das ebenfalls die kühlen Jahreszeiten vorzieht.

Nicht jeder mag die Kälte

Was genau dazu führt, dass Lungenentzündungen zum Teil vermehrt im Winter auftreten, wird viel diskutiert. Bestimmte Erreger überleben bei kalten Temperaturen einfach etwas besser. Hinzu kommt, dass Menschen im Herbst und Winter enger und länger in Räumen gemeinsam Zeit verbringen. Ein Vitamin-D-Mangel und ein geschwächtes Immunsystem in der kalten Jahreszeit werden zudem für eine erhöhte Infektanfälligkeit verantwortlich gemacht.

Einzelne Bakterien wie zum Beispiel Legionellen mögen hingegen eher warmes, feuchtes Klima und kommen vermehrt in den Sommermonaten vor.

Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF): Leitlinie zur Therapie der Pneumonie, Zugriff Juni 2019.
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