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COPD: Prognose

Eine COPD ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist, aber deren Fortschreiten mit der richtigen Therapie zumindest verlangsamt oder aufgehalten werden kann. Dabei kann in höheren Stadien der ganze Körper unter der Erkrankungen leiden, eine Vielzahl an Komplikationen ist möglich.

Im folgenden Text finden Sie Informationen zu Verlauf und Prognose einer COPD, auch Fragen zum Leben und Alltag mit der Erkrankungen beantworten wir hier.

Ist eine COPD heilbar?

Die COPD ist eine chronische Krankheit. Sie kann nicht geheilt, ihr Fortschreiten aber aufgehalten werden, wenn auslösende Faktoren – meist das Rauchen – gestoppt werden und eine entsprechende Therapie begonnen wird.

Bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit) lösen toxische Gase und Schadstoffe eine krankhafte Entzündungsreaktion in der Lunge aus. In 90% aller Fälle ist hier das Nikotin hauptverantwortlich. Auch Luftverschmutzungen wie zum Beispiel im Bergbau, immer wiederkehrende Infekte der Atemwege oder bestimmte angeborene Enzymdefekte können zu einer COPD führen.

Luftröhrchen fallen zusammen

Durch die chronische Entzündung kommt es in den Bronchien – dies sind kleine Verbindungsstücke zwischen der Luftröhre und den Lungenbläschen – zu einem Umbauprozess des Gewebes. Normalerweise sind sie sehr elastisch und halten die Luftwege beim Ein- und Ausatmen offen. So kann Sauerstoff in die Lungenbläschen strömen und Kohlendioxid abgegeben werden.

Wenn die Bronchien jedoch an Elastizität verlieren, fallen sie beim Ausatmen in sich zusammen, sie kollabieren, und der Luftweg verschließt sich. Hierdurch ist dann der Luftaustausch eingeschränkt, zu wenig Sauerstoff gelangt in die Lungenbläschen, und Kohlendioxid kann schlechter abgeatmet werden. Die Betroffenen verspüren dann klassischerweise Luftnot.

Was Sie und Ihr Arzt tun können

Auch wenn eine COPD nicht heilbar ist, so kann ihr Fortschreiben doch verlangsamt oder gestoppt werden. Studien haben gezeigt, dass der Verzicht auf Nikotin nachweislich die Lebensdauer bei Menschen mit COPD verlängert. Für einen Großteil der Betroffenen bedeutet dies, dass sie das Rauchen aufgeben sollten, wenn sie eine weitere Verschlechterung und immer stärkere Atemprobleme vermeiden wollen.

Zudem gibt es für COPD eine medikamentöse Basistherapie. Fachgesellschaften haben hier einen Stufenplan aufgestellt, den Ihr Arzt nutzen kann. Je nach Beschwerdegrad gibt es Empfehlungen, ab wann welche Atemsprays und Tabletten eingesetzt werden sollen.

Auch Atemtherapien und Rehaprogramme, die vorsorgliche Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) und Grippe (Influenza) sowie die Behandlung von Infekten bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen gehören zur Therapie einer COPD.

Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigern

Eine konsequente Behandlung im Alltag hilft Ihnen nachweislich weiter, auch wenn die Krankheit bleibt. Durch den Nikotinverzicht und eine gute Therapie steigen Ihre Leistungsfähigkeit und Lebensqualität wieder an. Atembeschwerden und Krankenhausaufenthalte nehmen ab, und Sie erholen sich schneller von bronchialen Infekten. Auch nimmt die Kraft in Armen und Beinen zu. Zudem treten Begleitängste wie auch Depressionen seltener auf.

Insgesamt verbessert sich durch eine gute Therapie Ihre Prognose. Es lohnt sich also immer, etwas zu tun. Sprechen Sie daher Ihren Arzt an, was er in Ihrem Fall empfiehlt. Da die COPD eine häufige Erkrankung ist, gibt es verschiedene Informationsportale und Selbsthilfegruppen. Kontakt und Erfahrungsaustausch können hier hilfreich sein.

COPD im Endstadium: Wie lange lebe ich noch?

Die Lebenserwartung bei COPD hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und davon, ob Sie aktuell noch rauchen. Dabei ist es gar nicht so einfach, konkrete Zahlen zu nennen. Viele Krankheiten und die direkten Einflüsse und Folgen von Nikotin vermischen das Bild. Angegeben werden oft 3 bis 10 Jahre Überlebenszeit bei Menschen mit COPD – abhängig von den Werten der Lungenfunktion – bzw. ein durchschnittlicher Verlust von 5 bis 7 Jahren durch die Erkrankung.

Höhergradige COPD und Rauchen kosten Lebensjahre

Es gibt eine etwas ältere Studie namens "NHANES III", die konkrete Zahlen nennt. NHANES III steht dabei für "The Third National Health and Nutrition Examination Survey". Zwischen 1988 und 1994 wurden damals circa 34 000 Probanden zu verschiedensten Punkten befragt und untersucht.

Ungefähr 6000 von ihnen, alle über 50 Jahre alt, wurden ausgewählt, um die Lebenserwartung bzw. den Verlust an Lebensjahren durch die COPD zu erforschen. Untersucht wurde unter anderem, welchen Einfluss der Schweregrad der COPD und das Rauchen dabei haben.

Die meisten Lebensjahre verlieren dabei Menschen mit einem höheren COPD-Stadium (3 und 4). Dies gilt besonders dann, wenn sie zudem weiter rauchen. Menschen hingegen, die immer Nichtraucher waren, büßen weniger Lebenszeit ein.

Konkrete Zahlen

Ein 65-jähriger Mann, Raucher, ohne Zeichen einer COPD, hat bei NHANES III eine errechnete Lebenserwartung von 14,3 Jahren. Auch Raucher mit einer COPD Grad 1 leben voraussichtlich noch etwa 14 Jahre. Ab dem Stadium 3 und 4 hingegen sinkt die zu erwartende Lebenszeit doch deutlich auf nur noch 8,5 Jahre. Raucher mit höherem COPD-Stadium verlieren nach NHANES III somit 5,8 Jahre Lebenszeit.

Ein 65-jähriger Ex-Raucher ohne COPD-Zeichen hat hingegen insgesamt eine höhere Lebenserwartung von 17,3 Jahren. Bei höhergradigen COPD-Stadien (3 oder 4) sinkt sie auch hier stark ab auf 11,7 Jahre. Dies bedeutet einen Verlust von 5,6 Jahren.

Es lohnt sich immer, mit dem Rauchen aufzuhören

COPD ist eine chronische Lungenerkrankung, die nicht heilbar ist. In 90% der Fälle wird sie durch das Rauchen verursacht. Um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, ist es wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören. Dies zeigen auch die Ergebnisse der oben genannten Untersuchung.

Eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit, kurz COPD, kann mit verschiedensten Komplikationen einhergehen. Immer wieder kann es zu akuten Verschlechterungen, Exazerbationen kommen, die unter Umständen eine Aufnahme in einer Klinik notwendig machen. Über mehrere Jahre kann sich zudem das Lungengerüst verändern und ein Emphysem entstehen, auch Lungenkrebs kann gehäuft auftreten.

Neben den Veränderungen an der Lunge selbst, erhöht eine COPD zudem das Risiko einen Herzinfarkt oder Lungenhochdruck zu bekommen. Osteoporose, Muskelabbau und Mangelernährung können ebenfalls Folge einer COPD sein, und auch Ängste und Depressionen können bei Betroffenen regelmäßig auftreten.

COPD: Wie vermeide ich Exazerbationen?

Akute Verschlechterungen einer COPD treten häufig im Herbst und Winter auf und werden durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Neben dem Händewaschen schützen unter anderem eine korrekte Einnahme der Medikamente, Raucherentwöhnung und Lungensport.

Weniger Luft bei Exazerbationen

Menschen mit COPD leiden unter chronischer Luftnot. Kommt es infektbedingt zu einer Exazerbation, einer akuten Verschlechterung, wird noch mehr Schleim produziert, der Husten wird stärker, die Atemnot nimmt zu.

Ihr Arzt reagiert in der Regel, indem er Ihnen zusätzliche Atemsprays verschreibt, gegebenenfalls fügt er Antibiotika oder Kortison hinzu. Bei schweren Exazerbationen kann ein Aufenthalt in der Klinik oder gar der Intensivstation notwendig werden.

Nach einer akuten Verschlechterung sollte alles daran gesetzt werden, weitere Ausbrüche zu vermeiden.

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Sprays schützen vor Ausbrüchen

Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme und korrekte Inhalationstechnik der Sprays sind Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie und Prävention. Denn nur mit der richtigen Handhabung der Sprays erreicht der Wirkstoff Lunge und Atemwege.

Die Atemsprays werden prinzipiell in kurz- und langwirksam eingeteilt. Die kurzwirksamen helfen schnell und werden bei akuten Beschwerden eingesetzt. Die langwirksamen hingegen brauchen etwas länger, bis sie einen Effekt auslösen. Sie sind meist der Grundstein der Dauertherapie bei COPD. Zudem gibt es kortisonhaltige Sprays sowie unterschiedlichste Kombinationen.

Besonders die regelmäßige Einnahme der langwirkenden Sprays, ihrer Kombinationen untereinander oder auch mit Kortison schützen vor Exazerbationen. Es ist unerlässlich, dass Sie alle Ihre Medikamente und Sprays wie vom Arzt verschrieben nutzen.

Impfungen, Nikotinstopp & Co

Auch Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung schützen nachweislich vor Exazerbationen. In ausgewählten Einzelfällen kommen zudem besondere Medikamente wie Roflumilast (Daxas®) oder eine dauerhafte Gabe von Makroliden (Antibiotikagruppe) zum Einsatz. Arzneistoffe, die schleimlösend wirken, wie zum Beispiel Acetylcystein (ACC® Brause) oder Carbocystein, können ebenfalls gelegentlich helfen.

Neben der medikamentösen Therapie sind Raucherentwöhnung, Patientenschulung, Rehabilitation und Lungensport weitere wichtige Maßnahmen.

Alle oben beschriebenen Punkte dienen dazu, Ihre Lunge so stark und widerstandsfähig wie möglich zu machen. Dass Sie sich im Alltag erst gar keinen Keim einfangen, erreichen Sie durch entsprechende Hygiene und Waschen der Hände.

Sollten Sie wiederholt an Exazerbationen leiden, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Kontrollieren Sie gemeinsam, ob Ihre aktuelle Medikation ausreicht, Sie Ihre Sprays korrekt einnehmen und alle notwendigen Impfungen haben.

Wie entsteht Osteoporose bei COPD?

Osteoporose ist eine Krankheit des Knochens. Seine Struktur wird dabei poröser, er bricht leichter. Bei Menschen mit COPD tritt der Knochenschwund gehäuft auf.
Der Knochen setzt sich aus einem Geflecht an kleinen Balken zusammen, die unter anderem aus Calcium bestehen. Er wird ständig durch spezialisierte Zellen auf- und abgebaut. Dadurch ist seine Struktur stabil und belastbar.

Unsere Muskulatur, die wir bei körperlicher Anstrengung nutzen, triggert diese Bauprozesse. Ohne Bewegung und Sport finden weder Knochenum- noch -aufbau statt.

Knochenbalken verschwinden

Ab der Lebensmitte verschiebt sich das Gleichgewicht, mit steigendem Alter überwiegt der Abbau im Knochen. So haben von den sechzigjährigen Männern und Frauen circa 5% bzw. 10% eine Osteoporose, bei den Achtzigjährigen sind es 15-35%. Bei Menschen mit einer COPD liegt der Anteil mit 30-70% noch höher. Unterschiedliche krankheitsbedingte Mechanismen führen dabei zu einem verstärktem Knochenabbau.

Wenn der Knochenabbau überwiegt, verringert sich zunächst die Dichte der Bälkchen, der Knochen wird "dünner". Im Anfangsstadium sprechen Mediziner von einer Osteopenie ("zu wenig Knochen"). Schreiten diese Prozesse voran, kommt es zu einem größeren Knochenschwund, einer Osteoporose. Hierbei sind Knochenbrüche problematisch, die schon bei leichten Stürzen auftreten können und nur schwer heilen. In einem solchen Fall liegt eine manifeste Osteoporose (mit Knochenbruch) vor.

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Probleme bei COPD: Gewicht, Bewegung, Kortison

Menschen mit einer COPD können sich häufig nur schwer körperlich bewegen. Die Luft ist knapp, der Appetit gering, Kraft und Muskulatur sind kaum vorhanden. Auch das Körpergewicht ist häufig zu niedrig. Wenn Zug und Triggerreiz der Muskeln fehlen, überwiegen am Knochen Abbauprozesse. Zusätzlich hemmen chronische Entzündungsprozesse, wie sie bei einer COPD vorliegen, aber auch das Rauchen den Knochenaufbau.

Wenn jemand zudem kortisonhaltige Tabletten einnimmt, verstärkt dies weiter die Bildung einer Osteoporose. Für kortisonhaltige Atemsprays wurde dieser Effekt jedoch nicht nachgewiesen. Sie wirken überwiegend vor Ort in der Lunge und gelangen nur zu einem ganz geringen Teil in den Körper.

Bewegungstherapie, Kalzium und Vitamin D3

Grundpfeiler der Therapie ist ein körperliches Funktionstraining, damit Aufbauprozesse im Knochen aktiviert werden. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig und ein normales Körpergewicht anzustreben, da es den Knochenaufbau fördert.

Menschen mit einer COPD müssen zudem auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D3 und Kalzium achten. Sie können mit der Nahrung oder auch in Tablettenform eingenommen werden. Täglich sollten 1000-1500 mg Kalzium und 800-1000 Einheiten (I.E.) Vitamin D3 zugeführt werden. Kalzium wird in die Knochenstruktur eingebaut; Vitamin D3 fördert die Kalziumaufnahme aus dem Darm und wiederum seinen Einbau ins Skelett.

Für Raucher gilt: Ein Nikotinstopp ist unumgänglich! Zigaretten verschlechtern nicht nur die COPD, sondern auch die begleitende Osteoporose.

Medikamente gegen Osteoporose

Je nach Schweregrad der Osteoporose kann die Gabe von Medikamenten notwendig werden. Häufig verschreiben Ärzte sogenannte Bisphosphonate wie Fosamax® und Actonel® oder auch Kombinationen mit Kalzium und/oder Vitamin D3. Bisphosphonate wirken, indem sie knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) hemmen. Sie können in Tablettenform, als Spritzen oder Infusionen verabreicht werden. Je nach Medikament werden sie täglich, wöchentlich oder einmal im Monat eingenommen.

Weitere Spezialmedikamente wie zum Beispiel selektive Östrogen-Modulatoren (SERMs), Abkömmlinge des Parathormons oder der Antikörper Prolia® (Denosumab) werden unabhängig von einer COPD  nur bei ganz bestimmten Krankheitskonstellationen verschrieben. Je nach Mechanismus hemmen sie den Knochenabbau oder fördern knochenaufbauende Zellen.

Neben Ernährung und Gewicht, Bewegung, Kalzium und Vitamin D3 sowie der medikamentösen Behandlung sind auch Schmerzbewältigung und Sturzprävention wichtige Bestandteile der Osteoporosetherapie.

COPD: Was tun bei fehlender Kraft und Unterernährung (Kachexie)?

Eine frühzeitige Ernährungsberatung kann Menschen mit COPD helfen, so wenig Gewicht und Muskelmasse wie möglich zu verlieren. Wichtig ist die Aufnahme von ausreichend Proteinen und Vitaminen.

Wenn Atmen und Essen Kraft kosten

Circa 20% aller Menschen mit COPD leiden an einer Mangelernährung mit Verlust an Gewicht, Muskelmasse und -kraft. Mediziner sprechen von einer Kachexie. Bei Betroffenen mit schwerer COPD liegt der prozentuale Anteil noch höher.

Obwohl sie mehr Energie und Kalorien als Gesunde brauchen, schaffen Personen mit COPD es oft nicht, ausreichend Nahrung und Kalorien aufzunehmen. Die Atmung selbst ist kräftezehrend, der Appetit generell oft gering, die Luftnot beeinträchtigt das Essen zusätzlich. Zudem fällt es schwer, Nahrungsmittel zu kaufen und zuzubereiten.

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Muskelschwund und Infekte

Der Körper braucht Eiweiß (Proteine) und Energie, um Muskulatur und ein funktionsfähiges Immunsystem aufzubauen. Reicht die Nahrung dafür nicht aus, beginnt er, Proteine aus den eigenen Muskeln zu nutzen und abzubauen. Daraufhin verliert er Muskelmasse, und die Kraft lässt weiter nach – ein Teufelskreislauf setzt ein.

Wenn zudem dem Immunsystem Funktionseiweiße fehlen, kann es Infekte schlechter bekämpfen. Es kommt zu erhöhter Infektanfälligkeit. Für Menschen mit COPD und Kachexie steigt damit das Risiko, eine Exazerbation (akute Verschlechterung mit starken Beschwerden) zu erleiden.

Proteinreich: Fleisch, Linsen, Nüsse

Eine ausgewogene und eiweißreiche Ernährung hilft bei Kachexie und COPD, diesem Kreislauf zu entkommen. Tierische Produkte wie Fleisch – hier wird oft fettarmes Puten- oder Hühnerfleisch bevorzugt – und Milchprodukte haben einen hohen Gehalt an Eiweiß. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen und Erbsen sowie Nüsse sind proteinreich. Neben den Proteinen dürfen auch andere Kalorien, Vitamine und Spurenelemente nicht zu kurz kommen.

Muskelschwund, Gewichtsabnahme und Kraftlosigkeit können den Alltag stark beeinträchtigen und auch die Lebensqualität senken. Sollten Sie an einer Kachexie leiden, sprechen Sie Ihren Arzt an, ob eine Ernährungsberatung helfen könnte. Ein körperliches Training sollte hier zusätzlich immer parallel erfolgen.

Wieso bauen sich bei COPD die Muskeln ab?

Eine Muskeldysfunktion (mangelhafte Funktion der Muskulatur) ist in der Regel eine Begleiterscheinung, die durch verschiedenste medizinische Probleme ausgelöst werden kann und das gesamte Körpersystem betrifft.

Muskeln brauchen Bewegung und Nährstoffe

Da Menschen mit COPD schlecht Luft bekommen, fällt jede Form der Bewegung schwer. Inaktivität führt dann zu Muskelabbau. Hinzu kommt, dass selbst das Essen Kraft kostet. Mangelernährung, niedriges Körpergewicht und Muskelschwund sind die Folgen.

Der menschliche Körper braucht zum einen Luft und Sauerstoff und zum anderen Kalorien und Proteine, um Muskulatur aufbauen und sich bewegen zu können. Nehmen wir nicht ausreichend Nahrung und Eiweiß auf, nutzt er Proteine, die er zum Beispiel für bestimme Aufgaben des Immunsystems benötigt, aus der eigenen Muskulatur und baut sie dafür ab. Es kommt zu einem Verlust an Muskelmasse und Muskelschwund. Dadurch fehlt diesen Menschen dann noch mehr Kraft. Ein Teufelskreislauf setzt ein.

Keine Kraft ohne Training

Um dieser Spirale zu entkommen, empfehlen Mediziner bei COPD Muskeltraining und körperliche Aktivität. Neben der allgemeinen Therapie der COPD nach dem sogenannten Stufenschema mit Sprays und Medikamenten, dem Nikotinverzicht und einer ausgewogenen proteinreichen Ernährung nehmen Muskelaufbau und Lungensport eine Schlüsselrolle in der Therapie ein.

Bekomme ich mit COPD auch Lungenkrebs?

Die Frage nach Krebserkrankungen ist oft mit Angst und Sorge besetzt. Wir versuchen, sie hier für Sie zu beantworten, wobei der Verlauf im Einzelfall nicht vorhersehbar ist.

Menschen mit einer COPD sorgen sich gelegentlich, ob Komplikationen wie ein Emphysem, Herzinfarkt oder Lungenkrebs hinzukommen und wie lange sie noch leben werden. Tatsächlich ist der Lungenkrebs bei Betroffenen leider eine häufige Todesursache.

Lungenkrebs durch Nikotin und COPD

Circa 90% der Personen mit COPD rauchen oder haben geraucht. Allein durch den Nikotingebrauch haben sie ein erhöhtes Risiko, einen Lungenkrebs zu bekommen. 

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Zusätzlich stellt die COPD aber auch unabhängig vom Rauchen einen eigenen Risikofaktor dar. Unter Rauchern erhöht sie das Risiko für einen Lungenkrebs um das zwei- bis sechsfache.

Einteilung in Risikogruppen

Ein Punkte-Score hilft dabei einzuschätzen, wer besonders von einem Lungenkrebs gefährdet ist. Das Risiko dafür steigt in folgenden Situationen an:

  • bei einem Alter über 60 Jahren
  • bei intensivem Rauchen mit mehr als 60 Packungsjahren
  • bei einem Body-Mass-Index unter 25 kg/m²
  • bei einem nachgewiesenen Lungenemphysem im Röntgenbild

Packungsjahre (py, pack years) beschreiben, wie viele Schachteln Zigaretten ein Betroffener pro Tag über wie viele Jahre geraucht hat. 60 Packungsjahre können dabei bedeuten, dass über 60 Jahre lang eine Schachtel pro Tag oder über 30 Jahre lang 2 Schachteln pro Tag geraucht wurden. Der Body-Mass-Index gibt das Verhältnis von Körpergewicht und Größe wieder.

Aus den Antworten auf diese vier Fragen werden Punkte verteilt und Betroffene in eine Niedrig- bzw. eine Hochrisikogruppe eingeteilt.

Nutzen von Vorsorgeuntersuchung noch offen

Der Wunsch nach einem Screening – einer Untersuchungsmethode, die einen Lungenkrebs frühzeitig entdecken kann – ist verständlich und nachvollziehbar. Dabei sollen Vorsorgeuntersuchungen generell mehr Nutzen als Schaden bringen.

Ob die Gruppe der Menschen mit einer COPD von einem flächendeckenden Screening mit einem Computertomogramm (CT) der Lunge profitiert, konnte bisher noch nicht abschließend in Studien geklärt werden. Nicht immer ist die Befundlage eindeutig. Gelegentlich findet sich ein Lungenkrebs, manchmal jedoch "nur" ein Knötchen, das an sich harmlos ist.

Eine dann folgende größere Diagnostik oder gar Operation kann wiederum Komplikationen mit sich bringen. Auch ist die Röntgenbelastung nicht ganz unbedeutend. Und schließlich sind die Ängste und Sorgen der Betroffenen nicht zu vergessen, die mit einer vermeintlichen Krebsdiagnose verbunden sind.

Im Moment wird daher in Deutschland noch kein flächendeckendes Screening durchgeführt. Inwiefern in Zukunft Vorsorgeuntersuchungen in der sogenannten Hochrisikogruppe empfohlen werden, bleibt abzuwarten.

Bekomme ich mit COPD schneller einen Herzinfarkt?

Menschen mit einer COPD bekommen in der Tat leichter einen Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Probleme.

Nikotin erhöht sowohl das Risiko für eine COPD als auch für einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt). Da 90% der Personen mit einer COPD rauchen oder geraucht haben, ist es gar nicht so leicht zu sagen, ob der Infarkt durch das Rauchen oder durch die Lungenveränderung verursacht wurde.

Mehr Infarkte bei COPD

Mediziner und Forscher konnten zeigen, dass die COPD auch unabhängig vom Nikotin vermehrt zu kardiovaskulären (Herz- und Gefäß-) Problemen führen kann. Betroffene haben ein 2,5-fach erhöhtes Risiko für eine koronare Herzerkrankung (KHK), einen Infarkt, Rhythmusstörungen, Herzschwäche oder eine Verkalkung der Beingefäße (peripher arteriell vaskuläre Krankheit, pAVK).

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Grund hierfür scheint die Lungenkrankheit selbst zu sein. So zeigten Studien, dass die Lungenüberblähung in Zusammenhang mit der Herzschwäche steht. Sie führt zu einer reduzierten Herzfüllung und einem verminderten Schlagvolumen.

Auch die Zeit während und nach einer akuten Verschlechterung einer COPD (Exazerbation) geht vermehrt mit Problemen einher. Für den Körper ist das eine sehr vulnerable Phase, in der er anfällig für weitere Folgen und Komplikationen ist. Entzündliche und prothrombotische (gerinnungsfördernde) Prozesse belasten dabei Herz und Gefäße.

Therapie von Herz und Lunge

Die Therapie von KHK, Myokardinfarkt oder Herzschwäche unterscheidet sich bei Menschen mit und ohne COPD nicht. Sollten Sie an einer COPD und einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, ist es wichtig, dass beide Probleme adäquat und leitliniengerecht behandelt werden.

Sollten Sie zudem rauchen, ist ein Nikotinstopp unumgänglich. Die Zigaretten verschlechtern sowohl die COPD als auch die Herzbeschwerden.

COPD: Was sind pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale?

Sowohl der Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) als auch das Lungenherz (Cor pulmonale) sind Begleitkrankheiten bei einer COPD.

Hoher Druck in den Lungengefäßen

Bei einer COPD kollabieren wie gesagt teils während der Ausatmung die kleinen Lungenwege und Atmung und Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid werden dementsprechend beeinträchtigt. Zudem kommt es zu strukturellen Umbauprozessen des Lungengerüsts, die Lunge wird weniger elastisch.

Dies wiederum überträgt sich auf die kleinen Gefäße, die durch die Lunge ziehen. Auch hier werden Umbauprozesse ausgelöst, und der Druck in den sogenannten Lungenarterien steigt. Mediziner sprechen dann von einem Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie).

In schweren Fällen kann sich dieser Druck auf die rechte Herzhälfte übertragen. Verbrauchtes Blut fließt nämlich aus dem Körper zunächst durch die rechten Herzkammern, bevor es die Lunge passiert, dort Sauerstoff aufnimmt und dann über die linke Herzhälfte zurück in den Körperkreislauf gepumpt wird.

Das rechte Herz wird schwach

Staut sich der Druck von der Lunge ins rechte Herz, muss es kräftiger pumpen. Zunächst verdicken sich die Wände. Im Verlauf kann es zu einer Erschöpfung des Herzmuskels kommen. Die rechte Herzhöhle wird dann weiter, ihre Pumpkraft nimmt ab. In einem solchen Fall spricht man von einem Lungenherz, einem Cor pulmonale.

Neben chronischer Luftnot und unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann sich bei einem Cor pulmonale zusätzlich Wasser in den Beinen und inneren Organen wie der Leber stauen.

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EKG, Echo und Rechtsherzkatheter

Das normale Ruhe-EKG kann schon erste Hinweise auf einen Lungenhochdruck geben. Häufig zeigt es bei Menschen mit pulmonaler Hypertonie zudem Rhythmusstörungen wie das sogenannte Vorhofflimmern oder -flattern. Auch das Röntgenbild weist häufig Veränderungen auf. Die Lungenfunktions-Untersuchung, Basisdiagnostik bei Lungenkrankheiten, bestätigt noch einmal, dass eine COPD als Ursache der pulmonalen Hypertonie vorliegt.

Die Höhe des Druckes in den Lungengefäßen können Ärzte mit einem Ultraschall des Herzens (Echokardiogramm) abschätzen. Noch genauer und direkt messen kann man ihn mit einem Rechtsherzkatheter. Er wird in einer Klinik durchgeführt. Die Ärzte schieben dabei einen feinen Draht direkt durch die rechte Herzkammer in die Lungengefäße vor und messen dann vor Ort den Druck.

Therapie wie bei COPD

Eine pulmonale Hypertonie bei COPD kann nicht direkt behandelt werden. Therapiemöglichkeiten wie bei einer "reinen" pulmonal-arterieller Hypertonie, also bei einem Lungenhochdruck ohne COPD, wirken hier leider bisher nicht.

Grundpfeiler der Therapie bleibt daher die Behandlung der COPD nach dem sogenannten Stufenschema. Auch der Lungensport ist wichtiger Bestandteil der Behandlung. Und für alle Raucher gilt: Die Zigaretten sollten Sie dringend zur Seite legen.

Sind Angst und Depression bei COPD normal?

Ja, psychische Belastungen sind keineswegs ungewöhnlich. Menschen mit einer COPD leiden häufig an Ängsten und Depressionen. Die Lebensqualität kann dadurch stark beeinträchtigt sein.

Prozentuale Angaben über die Häufigkeit von psychischen Beschwerden schwanken dabei. Depressive Gedanken sollen bei bis zu 80% bei Betroffenen auftreten.

Rückzug und soziale Isolation

Eine COPD führt zu Luftnot, je nach Schweregrad anfangs bei Anstrengung, später auch in Ruhe. Die körperliche Belastbarkeit kann dabei so stark eingeschränkt sein, dass Aufgaben des Alltags nur noch mit Mühe bewältigt werden können. Betroffene gehen seltener aus dem Haus, eine soziale Isolation folgt womöglich.

Luftnot, Schwäche und Einsamkeit können zu depressiven Gedanken führen. Hinzu kommen Panikattacken bei Atemnot und die Sorge vor einem Fortschreiten der COPD bis hin zu sogenannten "End-of-life"-Ängsten, der Angst vor dem Lebensende. Angst und Depression führen wiederum nachweislich zu einer reduzierten Lebensqualität, vermehrten Arztbesuchen, häufigeren Exazerbationen (akuten Verschlechterungen) und Klinikaufenthalten.

Lassen Sie sich helfen

Auch wenn psychische Beschwerden bei COPD häufig auftreten, gibt es hier keine gesonderten Behandlungsempfehlungen. Generell werden die Beschwerden wie bei Menschen ohne COPD behandelt. Verhaltenstherapie und auch Antidepressiva können helfen. Bei starker Luftnot wird zudem unter bestimmten Umständen niedrig dosiertes Morphin empfohlen, natürlich immer in Absprache mit dem Arzt. Es lindert sowohl Luftnot als auch Angst.

Grundsätzlich empfehlen Mediziner einen multimodalen Therapieansatz, wie er auch bei einer mehrwöchigen stationären Reha üblich ist. Neben der medikamentösen Behandlung der COPD stehen dabei körperliches Training, Raucherentwöhnung, Atemtherapie, Ernährungsberatung im Mittelpunkt. Außerdem erlernen Betroffene, mit ihren Ängsten und Depressionen besser umzugehen.

Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie gehört ebenso zu einer umfassenden Behandlung wie die Sprays und der Lungensport, den Sie hoffentlich regelmäßig besuchen. Damit schlagen Sie nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sport tut der Lunge gut und vertreibt depressive Gedanken.

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COPD: Was kann ich tun, wenn der Sex nicht mehr klappt?

Viele Menschen mit COPD haben Probleme beim Sex. Manchmal fehlt die Lust, manchmal klappt es einfach nicht, oder die Luft reicht nicht aus. Die Zeit kann man nicht zurückdrehen, aber vielleicht helfen ein paar veränderte Verhaltens- und Denkweisen.

Häufiges Problem

Schwierigkeiten im Sexleben sind bei der COPD sehr häufig, und auch sonst gar nicht so selten. Mediziner sprechen von erektiler Dysfunktion, sozusagen "eingeschränkter Erektion", wobei Gründe und Ursachen hier sehr vielfältig sind.

Eine kleine Studie, die 2013 veröffentlicht wurde, verglich die Sexualfunktion von 70 Menschen mit und 68 ohne COPD. Dabei hatten 78,6% der Befragten mit COPD  Beschwerden einer erektilen Dysfunktion. Aber auch bei Personen ohne COPD waren es immerhin 55%.

Diese Zahlen zeigen, dass Sie mit dem Problem keineswegs alleine dastehen. Menschen mit COPD und erektiler Dysfunktion hatten dabei vergleichsweise häufiger eine Depression, schlechtere Ergebnisse in der Lungenfunktion und niedrigere Sauerstoffwerte.

Was dahinter steckt

Die COPD ist eine chronische Erkrankung der Lunge, bei der unter anderem die kleinen Atemwege während der Ausatmung kollabieren. Der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Luft und Blut wird dadurch eingeschränkt. Betroffene leiden unter leichter bis sehr schwerer Luftnot.

Die Ursachen, die dabei zu einer erektilen Dysfunktion und Problemen beim Sex führen, sind vielfältig. Bis zu 90% der Betroffenen rauchen oder haben geraucht. Das Rauchen selbst kann zu erektiler Dysfunktion führen. Aber auch Begleiterkrankungen, die das Gefäß- und Herzsystem betreffen, können Ursache des Problems sein. Nicht zuletzt löst die COPD selbst unabhängig von diesen Faktoren Beschwerden beim Sex aus.

Neben der körperlich-medizinischen Erklärung spielt auch die Seele jedes Menschen eine nicht unbedeutende Rolle. Personen mit COPD haben ein erhöhtes Risiko, Depressionen oder Ängste zu entwickeln. Dies wiederum kann die Libido vermindern und hat großen Einfluss auf Ihr Sexualleben.

Ein paar Tipps

Wer Treppen steigen kann und von Arztseite her am Lungensport teilnehmen darf, kann in der Regel problemlos Sex haben. Es gibt ein paar Regeln, die dabei beachtet werden sollten.

So sollten Sie einige Stunden vor der sexuellen Aktivität nicht mehr essen und auf Alkohol verzichten. Auch hilft es, alle Lungenmedikamente circa eine Stunde vorher einzunehmen. Ein bequemes Umfeld, vielleicht auch ein Ventilator im Raum, runden die Vorbereitung ab. Wenn die Luft knapp wird, legen Sie einfach eine Pause ein. Zudem gibt es auf dem Markt potenzfördernde Medikamente, die Ihnen gegebenenfalls helfen können. Sprechen Sie Ihren Arzt hierauf an.

Da neben Luftknappheit und Problemen bei der Erektion besonders Ängste und depressive Gedanken sowie Leistungsdruck eine große Rolle spielen, ist es wichtig, auch hier anzusetzen und etwas zu verändern. Nehmen Sie so gut es geht gedanklich den Druck heraus.

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Auch Schmusen, Küssen, Zärtlichkeit und Achtsamkeit führen zu innerer Ruhe, Vertrautheit und Bindung. Sprechen Sie eventuell ganz offen mit Ihrem Partner, wer von Ihnen beiden welche Bedürfnisse hat, und finden Sie gemeinsam die beste Lösung.

COPD: Worauf muss ich beim Sport achten?

Oft bewegen sich Menschen mit COPD wegen Luftnot und Angst eher zu wenig. Gleichzeitig dürfen sich die Ehrgeizigen unter Ihnen nicht überfordern. Es gilt, das richtige Maß an körperlicher Anstrengung zu finden.

Individuell abgestimmtes Training

Menschen mit einer COPD fallen oft alltägliche Aufgaben schwer, schon das Treppensteigen oder gar Essen können zur Qual werden. Aber auch und gerade dann ist ein körperliches Training wichtig, es muss natürlich auf Ihre Möglichkeiten angepasst werden. Inaktivität macht dagegen alles noch schlimmer.

Wie stark Sie sich belasten dürfen, richtet sich unter anderem nach dem Schweregrad der COPD. In leichten Stadien soll vor allem Ausdauertraining regelmäßig, in der Regel mindestens zweimal pro Woche, durchgeführt werden. Passende Sportarten sind zum Beispiel Wandern, Schwimmen, Nordic Walking und Radfahren.

Bei höhergradigen Stadien wird oft zunächst der Muskelaufbau empfohlen, bevor mit dem Ausdauertraining begonnen wird. Menschen mit sehr schwerer COPD, die Sauerstoff benötigen, sollten an Reha-Maßnahmen teilnehmen, die unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Es gibt ein großes Angebot an Lungensport, der generell zu empfehlen ist.

Tipps zum Sport

Damit Ihnen der Einstieg nicht allzu schwer fällt und Sie sich nicht gleich zu Beginn stark überfordern, gibt es ein paar Punkte, die Sie beachten sollten.

Beginnen Sie den Sport langsam, wärmen Sie sich ausreichend auf und überanstrengen Sie sich nicht, sondern steigern Sie das Programm schrittweise und langsam. Nehmen Sie regelmäßig Ihre Medikamente ein und halten Sie Ihr Notfallspray parat. Atemübungen gehören bei der COPD wie Kraft- und Ausdauertraining zum Programm.

Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie es. Sport hilft nämlich nachweislich bei Menschen mit einer COPD. Er verbessert die Werte der Lungenfunktion und die Lebensqualität, baut die Muskulatur auf, reduziert die Zahl an Krankenhausaufenthalten und verringert die Gesamtmortalität (Sterblichkeit). Auch Ängste und Depressionen bessern sich.

Übertreiben Sie es nicht

Ein wenig Vorsicht ist bei Sportarten mit schneller Beschleunigung geboten. Hierzu gehören zum Beispiel Fußball, Tennis oder Badminton. Die teils schnell erforderliche, starke Anstrengung kann für Menschen mit einer Lungenerkrankung zu viel sein und sie tatsächlich schnell überfordern.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Sportart finden. Ohne ein wenig Freude fällt es schwer, sich trotz Luftnot zu bewegen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie ein Training für Sie am sinnvollsten gestaltet werden kann und wie stark Sie sich belasten dürfen.

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Ist Sport bei COPD gefährlich?

Im Gegenteil, Sport hilft bei COPD. Natürlich muss die körperliche Belastung Ihrem Körper und dem Schweregrad der Erkrankung angepasst werden.

Sportliche Betätigung hilft an sich immer, nur in wenigen Krankheitsfällen schadet sie tatsächlich.

Sport senkt Zahl der Klinikaufenthalte

Studien zeigen, dass Kraft- und Ausdauertraining bei allen Schweregraden der COPD hilft. In Kopenhagen wurden zum Beispiel knapp 2400 Menschen mit einer COPD über ein bis zwei Jahrzehnte beobachtet, die mehr oder weniger viel Sport ausübten.

Die Studie zeigte, dass diejenigen, die regelmäßig niedrige, moderate oder hohe körperliche Aktivitäten ausübten, im Vergleich zu denen, die keinen oder nur wenig Sport trieben, seltener in eine Klinik mussten und insgesamt länger lebten. Es lohnt sich also.

Sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining haben dabei jeweils einen eigenen Stellenwert. Meist macht es die Mischung aus.

Training abhängig vom Grad der COPD

Menschen mit leichter bis mittelschwerer COPD sollten besonders Ausdauertraining mit kontinuierlicher Belastung durchführen. Sportarten wie Radfahren oder Nordic Walking gehören dazu, sie belasten den Körper gleichmäßig.

Wenn die COPD fortschreitet und mittelschwere bis schwere Ausmaße erreicht, kommt es krankheitsbedingt oft auch zu einem Abbau der Muskelmasse. Hier sollten Sie zunächst mit einem Krafttraining beginnen, um die Muskulatur wieder aufzubauen. Im nächsten Schritt können Sie dann das Ausdauertraining hinzufügen. Ihr Lungenfacharzt sollte ins Training einbezogen werden und entscheiden, wie stark Sie sich dabei belasten dürfen.

Betroffene mit einer sehr schweren COPD, die zum Beispiel Sauerstoff benötigen, sollten nur unter ärztlicher Aufsicht an Reha-Maßnahmen teilnehmen. Prinzipiell müssen immer die eigenen Grenzen richtig eingeschätzt werden.

Das A&O: Motivation

Welche Sportart für Sie die richtige ist, hängt auch von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Es gilt unter anderem, den inneren Schweinehund zu überwinden und Sorgen und Ängste zu bewältigen. Wenn die Luft schon knapp ist, fällt die körperliche Anstrengung noch schwerer.

Bei der Wahl der Sportart sollten Sie sich unter anderem fragen, was Ihnen vielleicht Freude und Spaß bereiten könnte. Eine gute Motivation macht es deutlich leichter, sich regelmäßig zu bewegen, auch wenn es schwer fällt. Menschen mit aktiven Partnern sind zum Beispiel oft ebenfalls aktiv. Freunde, eine Trainingsgruppe, frische Luft oder Musik können ebenfalls helfen.

Wenn eine COPD neu festgestellt wird, hören Betroffene oft auf, sich körperlich zu belasten. Das wiederum verschlechtert jedoch gerade die Entwicklung der COPD. Also nichts wie rein in die Laufschuhe!

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Kann ich bei COPD eine Erwerbsminderungsrente beantragen?

Eine Erwerbsminderungsrente kann bei allen Krankheiten, auch der COPD, beantragt werden. Sie puffert den Geldverlust, der entsteht, wenn Sie krankheitsbedingt nur noch stundenweise oder gar nicht mehr arbeiten können. Ganz einfach ist ein Antrag nicht.

Die Arbeit verleiht unserem täglichen Leben Struktur, sichert unsere sozialen Kontakte und sorgt für Normalität. Zudem lenkt sie uns ab, wenn wir über Probleme und Krankheiten grübeln. Generell tut sie uns gut.

Wenn die Arbeit zu viel wird

Ab einem gewissen Krankheitsstadium wird es aber schwer, die tägliche Arbeitsaufgabe zu meistern. Bei der COPD kann die Luftnot so stark werden, dass jeder Schritt und jede noch so kleine körperliche Anstrengung zur Qual werden. Es wird unmöglich, eine Tätigkeit ganz oder auch nur teilweise zu erfüllen.

Unter bestimmten Umständen hilft dann ein Gespräch mit dem Arbeitgeber. Eventuell können Sie von Voll- auf Teilzeit wechseln und bestimmte Aufgaben unter den Kollegen umverteilt werden. Wird die COPD so schwer, dass Sie Ihrer Beschäftigung nicht mehr als sechs Stunden täglich nachgehen können, kommt gegebenenfalls ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente für Sie in Frage. Durch die Rente soll der geldliche Verlust ausgeglichen werden, der Ihnen durch eine reduzierte oder fehlende Arbeit entsteht.

Reha vor Rente

Bei jedem Antrag auf Erwerbsminderungsrente prüft die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zuerst, ob vorab eine medizinische oder berufliche Rehabilitation durchgeführt werden könnte, damit Sie wieder voll oder teilweise arbeiten können. Es gilt dabei das Prinzip "Reha vor Rente". Das heißt, primäres Ziel ist immer, Sie wieder ins Berufsleben einzugliedern. Nur wenn das nicht gelingt, ist eine Erwerbsminderungsrente vorgesehen.

Dabei wird abgeschätzt, wie viele Stunden Sie eventuell noch arbeiten können. Die Deutsche Rentenversicherung entscheidet das anhand ärztlicher Unterlagen, manchmal wird auch ein Gutachten über Ihr Leistungsvermögen beantragt.

Anspruch auf  Erwerbsminderungsrente

Anspruch auf eine Rente bei voller Erwerbsminderung hat, wer wegen Krankheit (oder auch Behinderung) in seinem bisherigen oder jedem anderen Beruf weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Wenn Sie zwar mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden täglich schaffen, haben Sie gegebenenfalls Anspruch auf eine Rente bei teilweiser Erwerbsminderung. Dabei bezieht sich die Zeiteinschränkung nicht nur auf Ihren erlernten, sondern auch auf jeden anderen Beruf, den Sie eventuell ausüben könnten.

Wichtig: Neben den medizinischen müssen auch versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein, bevor ein Anspruch genehmigt werden kann. Hierzu gehört unter anderem, wie lange Sie für eine versicherte Beschäftigung Pflichtbeiträge eingezahlt haben. Lesen Sie daher bei einem Antrag immer auch das Kleingedruckte.

COPD: Wie bekomme ich einen Schwerbehindertenausweiß?

Ein Schwerbehindertenausweis steht Ihnen bei einer COPD zu, wenn der Grad der Behinderung (GdB) mehr als 50% beträgt.

Antrag beim Amt für Soziales

Der Antrag für einen Schwerbehindertenausweis wird beim zuständigen Versorgungsamt, dem Amt für Soziales, gestellt. Es ist wichtig, dass Sie alle Unterlagen, die die COPD und auch andere Krankheiten betreffen, vollständig einreichen.

Hierzu zählen unter anderem ärztliche Atteste, die Lungenfunktions-Untersuchung und Blutwerte sowie der Name des behandelnden Arztes. Vor Abgabe des Antrages sollten zudem mit ihm Rücksprache halten, ob Sie alles zusammen haben, was Sie brauchen.

Der Grad der Behinderung (GdB)

Der Grad der Behinderung (GdB) wird in Prozentwerten zwischen 20 und 100 angegeben. Die Abstufung erfolgt in 10er Schritten. Ein Schwerbehindertenausweis kann ab einer Einschränkung von über 50% ausgestellt werden. Dies gilt allgemein für alle Krankheitsbilder.

Wie schwer der Grad der Behinderung bei einer jeweiligen Erkrankung ist, wird in den sogenannten versorgungsmedizinischen Grundsätzen festgelegt. Details zu allen einzelnen Krankheitsbildern einschließlich der COPD finden Sie auf der Internetseite des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Ein Blick hinein lohnt sich.

Ein leichter Bluthochdruck wird zum Beispiel mit einer Behinderung  von 0-10% eingestuft, ein Hirnschaden mit mittlerer Leistungsbeeinträchtigung liegt bei 50-60%.

GdB bei COPD

Die Beeinträchtigung durch eine "Krankheit der Atmungsorgane mit dauernder Einschränkung der Lungenfunktion", wie sie bei einer COPD vorliegt, wird anhand von Atemnot, Lungenfunktionstest und Blutgaswerten bewertet. Treten Beschwerden bereits bei leichter Belastung wie dem Spazierengehen auf und sind Lungenfunktionsprüfung sowie Blutgasanalyse (Gehalt von Sauerstoff und Kohlendioxid in den Arterien) deutlich verändert, werden Werte einer Beeinträchtigung von über 50% erreicht.

Bei jedem Menschen wird somit anhand der Beschwerden und Messwerte individuell der Grad der Behinderung eingestuft.

Binden Sie Ihren Arzt ein

Sprechen Sie vor einem Antrag mit Ihrem behandelnden Arzt und stellen Sie sicher, dass Sie alle notwendigen Unterlagen für den Antrag einreichen.

Gut zu wissen: Ein Schwerbehindertenausweis geht mit verschiedenen Vorteilen einher. Die Kfz-Steuer wird günstiger, der Kündigungsschutz bei der Arbeit verändert sich, und es kommen ein paar Tage zusätzlicher Urlaubsanspruch hinzu. Ein Behindertenparkausweis hingegen wird sehr selten genehmigt. Hierzu muss eine außergewöhnliche Gehbehinderung vorliegen, wie zum Beispiel bei beidseits amputierten Menschen.

Quellen:

  • Vogelmeier C et al. Pneumologie 2018; 72: 253–308; Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. und der Deutschen Atemwegsliga e. V., unter Beteiligung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
  • Wu LL, Lin ZK, Weng HD, Qi QF, Lu J, Liu KX. Effectiveness of meditative movement on COPD: a systematic review and meta-analysis. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. 2018;13:1239-1250. Published 2018 Apr 17. doi:10.2147/COPD.S159042
  • https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/benoetige-ich-auf-flugreisen-zusaetzlichen-sauerstoff/

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