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COPD: Grundlagen & Ursachen

Bei einer COPD sind die kleinen Atemwege der Lunge (Bronchien) erkrankt und weniger elastisch. Betroffene leiden unter Luftnot, anfangs bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe. Mediziner unterscheiden dabei vier Schweregrade.

Lesen Sie im folgenden Beitrag mehr über Grundlagen und Ursachen bei COPD.

Was ist eine COPD?

Eine COPD ist eine chronische Lungenkrankheit, bei der die kleinen Atemwege (Bronchien), die zu den Lungenbläschen führen, geschädigt sind.
COPD steht hierbei für Chronic Obstructive Lung Disease oder auch Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung. Folgende Ursachen können zu einer COPD führen:

  • Nikotinabusus
  • Umweltverschmutzung
  • berufliche Belastung
  • Infektionen
  • erbliche Erkrankungen

Häufigster Auslöser eine COPD ist dabei das Nikotin. 90% aller Menschen mit einer COPD sind Raucher oder Ex-Raucher.

Kollaps der Lungenwege

Bei einer intakten und gesunden Ein- und Ausatmung gelangt Sauerstoff über ein verzweigtes Geflecht an kleinen und kleinsten Luftröhrchen, den Bronchien, in die Lungenbläschen. Hier wird verbrauchte, kohlendioxidreiche Luft gegen frische Luft ausgetauscht.

Bei einer COPD irritieren und verletzen Schadstoffe diese kleinen Luftwege. Sie sondern daraufhin vermehrt Schleim ab. Zudem verändern sich die Zellen der Innenschicht, und durch Umbauprozesse verlieren die Bronchien ihre Elastizität.

Im Normalfall sind sie so flexibel, dass sie beim Ein- und Ausatmen die Luftwege fortwährend offen halten. Nun kollabieren sie bei der Ausatmung und verengen die Atemwege. Mediziner sprechen dabei von einer Obstruktion. Der Luftaustausch wird eingeschränkt, und Betroffene leiden unter Luftnot. In schweren Fällen gelangt zu wenig Sauerstoff in den Körper, gleichzeitig sammelt sich Kohlendioxid an.

COPD-Schweregrade nach GOLD

Die COPD kann in verschiedene Schweregrade eingestuft werden. Sie wurden von der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease in den sogenannten GOLD-Kriterien festgelegt.

Sie richten sich zum einen nach den Werten des Lungenfunktionstestes (COPD 1-4 bzw. I-IV) und zum anderen nach den klinischen Beschwerden (GOLD A-D). Hier zählt zum Beispiel, wie oft jemand im letzten Jahr eine akute Verschlechterung hatte und ob ein Klinikaufenthalt notwendig war. Ein Stufenplan empfiehlt abhängig vom Schweregrad ein differenziertes Therapieschema.

Chronische Bronchitis, COPD und Emphysem

Chronische Bronchitis, COPD und Emphysem sind nicht dasselbe. Eine COPD beginnt in der Regel mit einer chronischen Bronchitis ohne Kollaps der Lungenwege. Sie ist behandelbar und reversibel, wenn der Auslöser – meist das Nikotin – beseitigt werden kann. Eine COPD selbst ist nicht mehr heilbar. Dennoch kann auch hier durch Ausschalten der Noxe und mit Beginn einer entsprechenden Therapie ihr Fortschreiten aufgehalten werden.

Schreitet eine COPD voran, kann sich im weiteren Verlauf ein sogenanntes Lungenemphysem (Überblähung) entwickeln. Hierbei wird die Struktur der zarten Lungenwege und -bläschen zerstört. Wo vorher Millionen kleinster Bläschen den Gasaustausch regulierten, liegen dann größere funktionslose Luftblasen. Der Austausch von verbrauchter gegen frische Luft ist dann stark eingeschränkt.

Sollten Sie an einer COPD leiden, ist es wichtig, dass Sie sich von Ihrem Haus- oder Lungenfacharzt beraten und behandeln lassen. Das Weglassen des Auslösers und eine stadienentsprechende Therapie können das Fortschreiten oder gar die Entwicklung zum Emphysem aufhalten.

COPD: Was sind GOLD-Stadien?

Mit der GOLD-Klassifikation wird die COPD nun in vier Krankheitsstadien eingeteilt. Die Kriterien für diese Einteilung werden von der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) vorgeschlagen.

COPD-Einteilung im Wandel

Bis 2011 erfolgte die Zuteilung des Schweregrades allein anhand der Werte des Lungenfunktionstests. Man unterschied COPD I bis IV bzw. COPD 1-4.

In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass der Schweregrad nicht nur durch ein paar Werte eingeteilt werden kann, sondern dass auch die Beschwerden der Betroffenen bei der Gradeinteilung eine große Rolle spielen. Daher zählen nun neu auch die Anzahl der Exazerbationen (akute Verschlechterungen) und das Ausmaß der Beschwerden hinzu, das mit verschiedenen Scores gemessen werden kann.

Auch Beschwerden zählen – die Gruppen A bis D

Neber der Gradeinteilung in COPD 1-4 (bzw. I-IV) anhand der Lufu-Werte erfolgt zudem eine Einteilung in klinische Stadien A-D. Hierbei zählt, wie häufig Betroffenen akute Verschlechterungen der COPD (Exazerbationen) haben und wie oft sie deswegen in ein Krankenhaus aufgenommen werden müssen.

Je nach Häufigkeit erfolgt eine Einteilung in die Gruppen A bis D, wobei Gruppe A die wenigsten und Gruppe D die meisten Beschwerden hat. Je nach dem, in welches GOLD-Stadium bzw. in welche Beschwerdegruppe Sie eingestuft werden, richtet sich das empfohlene Therapieschema. Hier gibt es einen Stufenplan, der verschiedene Lungensprays und Medikamente beinhaltet.

Autorin: 

Quelle:

  • Vogelmeier C et al. Pneumologie 2018; 72: 253–308; Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. und der Deutschen Atemwegsliga e. V., unter Beteiligung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie

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