Können Blutverdünner wie Marcumar eine Migräne verbessern?

Immer wieder wird berichtet, dass sich Migräne unter einer länger andauernden Behandlung mit Tabletten zur Blutverdünnung wie Marcumar® bessert bzw. sich die Häufigkeit von Migräneattacken verringert. Bewiesen ist das nicht, aber denkbar durchaus.

Wirkung über besseren Blutfluss?

Die Ursache von Migräne liegt in einer Engstellung von Gefäßen bzw. Gefäßspasmen, was zu einer verringerten Durchblutung von Hirnarealen führen kann. Eine mögliche Erklärung für eine gewisse Wirksamkeit von Gerinnungshemmern ist, dass diese ja die Fließfähigkeit des Blutes verbessern und so zu einer besseren Durchblutung führen. Kommt es seltener zu Engstellungen der Gefäße bzw. ist die Durchblutung auch enggestellter Gefäße verbessert, könnte dies die Häufigkeit und Heftigkeit von Migräneattacken durchaus positiv beeinflussen.

Allerdings sind deshalb weder Marcumar® noch andere Gerinnungshemmer zur Behandlung einer Migräne geeignet. Insofern ist diese Frage nur für diejenigen relevant, die wegen anderer Erkrankungen ohnehin Blutverdünner einnehmen müssen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Migräne: Ursachen und Auslöser

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Kommentare (4)
Migränehäufigkeit durch Blutverdünner
4 Mittwoch, den 24. April 2019 um 08:18 Uhr
Karina
Bisher hatte ich durchschnittlich monatlich eine Migräne mit Aura.
Wegen Vorhofflimmerns muss ich jetzt den Blutverdünner Eliquis einnehmen. Inzwischen bin ich bei drei Migränen wöchentlich gelandet.
Migräne und Antikoagulantien
3 Sonntag, den 28. Oktober 2018 um 12:07 Uhr
Kurt
Nach einer Herz-OP musste ich 3 Monate lang Marcumar nehmen. In der Zeit hatte ich deutlich häufiger (3 Wochen) Migräne als zuvor (1 Monat). Nachdem Marcumar abgesetzt wurde, haben sich meine Migräneattacken wieder auf die Häufigkeit „vor Marcumar“ reduziert. Seit einer Woche muss ich nun - nach „kleinen Lungenembolien“ - wieder ein Antikoagulantium, diesmal Pradaxa, einnehmen. Jetzt hat die Häufigkeit der Migräneattacken auch wieder zugenommen (3x in 4 Tagen). Ob das an den Antikoagulantien liegt weiß ich nicht, aber die Parallelität ist signifikant.
Migräne häufiger mit Marcumar
2 Donnerstag, den 21. Juni 2018 um 08:36 Uhr
Katja
Ich nehme seit 9 Tagen Marcumar und habe jeden Tag Vorboten von Migräne (Aura/Flimmern vor den Augen). Davor, als ich 6 Wochen nur ASS 100 genommen habe, hatte ich das nur einmal während der ganzen Zeit. Verstehe nicht so ganz, warum es jetzt - mit Marcumar - so schlimm geworden ist.
Eigene Erfahrungen bestätigen das
1 Donnerstag, den 19. Juli 2012 um 09:52 Uhr
G.B.
Ich kann aus aktueller Erfahrung bestätigen, daß die Einnahme von Marcumar die Häufigkeit und Stärke der Migräne-Attacken erheblich reduziert. Und zwar um so mehr, je höher der INR ist.
Wegen Thrombophilie nehme ich Marcumar seit einem Vierteljahr und habe nur 3 mal leichte an Migräne-Attacken erinnernde Kopf- und Muskelschmerzen gehabt, die mit Entspannungsmaßnahmen bis zum Abend weggingen. Vor der Thrombose hatte ich 5 Tage Migräne!!!, und danach 10 Tage Durchfall. Dies war die Ursache der Thrombose. Bei einem INR, der in der Einstellungsphase auch über 3 war, hatte ich gar keine Migräne, erst als der INR wieder unter 2,5 bis 1,6 fiel. Ich konnte geradezu an den auftretenden Kopfschmerzen ablesen, dass der INR zu niedrig ist...
Meine Mutter hatte ihr Leben lang Migräne und ist an einer Lungenembolie gestorben. Ich sehe einen eindeutigen Zusammenhang.
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