Kopfschmerzen im Anmarsch: Lieber gleich eine Tablette einnehmen?

Wenn es um die Bekämpfung einer akuten Kopfschmerz-Attacke geht, ist eine frühzeitige Einnahme eines Schmerzmittels zwar grundsätzlich okay. Aber zu früh darf es auch nicht sein. Konkret: Wenn Sie noch gar keine Kopfschmerzen haben, sondern nur ahnen, dass bald welche kommen, sollten Sie tunlichst auf die Medikamente verzichten und noch abwarten.

Zurückhaltung ist schlauer

Auch wenn es natürlich verlockend ist: "Ich gehe auf eine Situation zu, in der ich bestimmt wieder Kopfschmerzen bekomme, also nehme ich doch lieber gleich im Vorwege eine Tablette." Klingt gut, ist aber nicht gut. Weil man mit der vorsorglichen Einnahme von Kopfschmerztabletten erstens die Kopfschmerzen nicht verhindern kann, zweitens sogar riskiert, erst recht Kopfschmerzen zu bekommen. Wenn man nämlich solche Schmerzmittel zu regelmäßig anwendet, besteht eine relevante Gefahr, dass die Tabletten selbst zu Kopfschmerzattacken führen. Dieser sogenannte "medikamenten-induzierte Kopfschmerz" (das ist Mediziner-Kauderwelsch, und meint "Kopfschmerzen durch Kopfschmerzmedikamente") ist nämlich nicht nur häufig, er ist vor allem richtig schwierig zu behandeln. Denn spätestens dann, wenn sich so etwas entwickelt hat, geht es gar nicht mehr mit Medikamenten.

Die beste Empfehlung lautet also: Wenn notwendig, dann erst dann eine Tablette, wenn wirklich Schmerzen bestehen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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