Wie wirkt Verapamil gegen Cluster-Kopfschmerzen?

Das Medikament Verapamil wird vor allem im Zusammenhang mit Herzerkrankungen verschrieben. Er ist aber auch für die Behandlung und Vorbeugung von Clusterkopfschmerzen geeignet. Allerdings muss man 1-3 Wochen Geduld haben, bis Verapamil seine Wirkung entfaltet.

Der Wirkmechanismus von Verapamil beruht auf einer Beeinflussung der sogenannten Kalziumkanäle, die sowohl bei der Herzerregung als auch bei der Regulierung der Blutgefäße eine Rolle spielen. Vorteilhaft ist vor allem die gute Verträglichkeit, auch in der Dauertherapie. Hinzu kommt die Möglichkeit zur Kombination mit einer Akuttherapie wie Sauerstoff oder Sumatriptan.

Dosierung nicht zu niedrig

Schmerztherapeuten haben Verapamil schon lange im „off-label“-Gebrauch für diese sehr unangenehmen und leidvollen Kopfschmerzen eingesetzt. Mittlerweile liegt auch eine offizielle Zulassung vor, allerdings nach Expertenansicht in einem zu niedrigen Dosisbereich. Denn für eine erfolgreiche Therapie bzw. Unterdrückung von Clusterkopfschmerz-Attacken sind mitunter Dosierungen bis  480 mg/Tag und darüber hinaus erforderlich. In diesem Fall wird eine regelmäßige EKG-Überwachung empfohlen, um unerwünschte Herz-Kreislauf-Reaktionen unter Kontrolle zu halten.

Es empfiehlt sich, die Therapieeinstellung in einem spezialisierten Zentrum vornehmen zu lassen, ggf. unter stationären Bedingungen, also mit Übernachtung.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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