Welches ist weltweit die häufigste Begleiterkrankung bei AIDS?

Die Tuberkulose. Im 20. Jahrhundert vor allem in den Industrienationen mehr und mehr zurückgedrängt und fast schon in Vergessenheit geraten, erlebte die Tuberkulose (Tbc) durch die Ausbreitung von Aids fast eine Art Renaissance.

Das hängt damit zusammen, dass die Bakterien, die die Tuberkulose verursachen, sich deutlich leichter im Körper festsetzen können, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Das ist bei einer HIV-Infektion der Fall. Somit zählt die Tbc zu den häufigsten opportunistischen Infektionen (opportunistisch = gefährlich vor allem bei Abwehrschwäche) bei Aids.

Die Tbc tritt im Gegensatz zu anderen opportunistischen Infektionen bei HIV-Infektion häufig auch schon auf, wenn noch viele CD4-Lymphozyten vorhanden sind. Wenn also der Abwehrstatus noch gar nicht so stark geschwächt ist.

Früher fehlten die Antibiotika

Die früher deutlich größere Häufigkeit der Tuberkulose hat zwar auch mit den damals geringeren Abwehrkräften zu tun (schlechtere Ernährung, geringere Hygiene), aber auch mit den noch fehlenden Antibiotika. Das Risiko einer Ausbreitung war dadurch drastisch erhöht, weil einmal Infizierte meist nicht geheilt werden konnten.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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