Arterienverkalkung: Blutfette im Visier

Erhöhte Blutfettwerte, speziell LDL-Cholesterin, gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für Arteriosklerose. Die gute Nachricht: Meist lassen sich zu hohe Werte vermeiden.

Zu hohe Blutfettwerte, insbesondere ein erhöhtes LDL-Cholesterin, sind neben Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen der wichtigste Risikofaktor der Arteriosklerose, die jeder selbst beeinflussen kann. Dabei besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des LDL-Cholesterin-Spiegels und dem Risiko einer Herz-/Kreislauf-Erkrankung.

Großen Studien zufolge ergibt sich zwischen der Senkung dieser Blutfett-Werte und der Abnahme des Herz-Kreislauf-Risikos eine nahezu lineare Beziehung. Eine aktuelle Analyse der großen Studien zu diesem Thema bestätigt das Prinzip der Cholesterin-senkenden Therapie „The lower, the better“ – je niedriger, desto besser.

Aufgrund der engen Verbindung von LDL-Cholesterin und dem Risiko von Herz-/Kreislauf-Erkrankungen betonen alle nationalen und internationalen Fachgesellschaften in ihren Richtlinien die Notwendigkeit einer entsprechenden Senkung des LDL-Cholesterins. Bei Menschen mit hohem Herz-/Kreislauf-Risiko halten Experten heute einen Zielwert -unterhalb von 70 mg/dl für sinnvoll.

Cholesterin

Unangefochtener „Goldstandard“ der Blutfette senkenden Therapie sind die Statine. Ihr Einzug in die Therapie vor 20 Jahren eröffnete erstmals die Möglichkeit einer aus-geprägten LDL-Cholesterin-Senkung. Dadurch ließ sich die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich senken.

Neue Chancen haben nun monoklonale Antikörper eröffnet, die in die Regulation des LDL-Cholesterinspiegels eingreifen. Klinische Studien zeigen, dass diese neuartigen Medikamente eine Senkung um bis zu 75 Prozent ermöglichen. Inwieweit sich dadurch Todesfälle vermeiden lassen, muss sich allerdings erst noch herausstellen.

Das vielgepriesene tägliche Glas Rotwein dagegen scheint keine schützende Wirkung auf Herz und Kreislauf zu haben. Das zumindest ergibt eine Studie aus Dänemark. Über einen Zeitraum von 20 Jahren befragten die Wissenschaftler fast 19.000 Krankenschwestern nach ihrem Alkoholkonsum und dokumentierten die Todesfälle infolge Herzinfarkt, Schlaganfall und Herz-/Kreislauf-Erkrankungen. Ergebnis: Es war kein positiver Zusammenhang zwischen moderatem Alkoholkonsum und Herzgesundheit festzustellen.

Autoren: Dr. med. Kirsten Westphal & Cornelia Weber
Patienten-Journal Reise & Gesundheit 5/2016

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