Wie wird ein Defibrillator (ICD) eingebaut?

Beim Einbau eines Defibrillators wird wie bei einer Schrittmacherimplantation ein Draht zum Herzen vorgeschoben. Ein Ende des Drahtes wird in der Herzmuskulatur verankert, das andere an eine Batterie angeschlossen, die unterhalb des Schlüsselbeines liegt.

Nur eine kleine Operation

Ein großer Eingriff oder langer Krankenhausaufenthalt sind zum Einbau eines Defibrillators in der Regel nicht notwendig. Oft müssen Sie nur eine Nacht zur Überwachung in der Klinik bleiben. Die Narkose besteht meist aus einer Schlafspritze und einer lokalen Betäubung an der Stelle, an der später auch die Defibrillatorbatterie verbleiben wird.

Defibrillator Defibrillator

Den Einbau selbst übernimmt oft ein Kardiologe im Herzkatheterlabor, manchmal auch ein Herzchirurg. Der Arzt trägt dabei wie bei einer Operation sterile Kleidung. Ihre Haut wird gereinigt, desinfiziert und ebenfalls mit sterilen Laken abgedeckt.

Wenn Schlafmedikament und lokale Betäubung wirken, punktiert der Mediziner die Vene unterhalb des Schlüsselbeines, die zum Herzen führt. Durch dieses Gefäß wird die Defi-Sonde in die rechte Herzhöhle vorgeschoben und ihre Spitze am Herzmuskel verankert. Ihr anderes Ende wird unterhalb des Schlüsselbeines am Gehäuse der Defibrillatorbatterie befestigt. Diese ist wenige Millimeter flach und etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze. Sie verbleibt im Unterhautgewebe, die darüberliegende Haut wird zugenäht.

Komplikationen sind selten

Auch wenn es sich bei der Implantation eines Defibrillators um einen kleinen Eingriff handelt, können dabei Komplikationen auftreten. Beim Punktieren der Vene unterhalb des Schlüsselbeines kann zum Beispiel die Lunge verletzt werden. Beim Verankern der Sonde im Herzen können zudem Herzrhythmusstörungen ausgelöst oder der Herzbeutel verletzt werden. Auch sind Einblutungen an der Schrittmachertasche oder Infektionen möglich.

Am Tag nach der Operation wird daher ein Röntgenbild gemacht, um sicherzugehen, dass die Defibrillatorelektrode an der richtigen Stelle sitzt und die Lunge nicht verletzt wurde. Je nach dem, ob es Schwierigkeiten bei der Implantation gab, wird gegebenenfalls auch ein Ultraschall des Herzens durchgeführt.

Alle sechs Monate zur Kontrolle

Die Funktion des Defibrillator muss vor der Entlassung aus der Klinik getestet werden. Diese erste Kontrolle führen die Ärzte manchmal direkt im Anschluss an den Einbau durch, gelegentlich aber auch erst am Folgetag.

Nach circa sechs Wochen sind Sonde und Muskulaturgewebe miteinander verwachsen, so dass dann die endgültige Einstellung erfolgen kann. Diese führt oft noch der Arzt durch, der Ihren Defi eingebaut hat. Danach müssen Sie sich langfristig und regelmäßig alle 6 Monate mit Ihrem Defibrillator beim Kardiologen vorstellen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Defibrillator (Defi, ICD): alle Fragen, alle Antworten

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