Herzfehler: Wie wird eine bikuspide Aortenklappe behandelt?

Bei einer bikuspiden Aortenklappe liegen nicht drei Herzklappensegel vor, sondern nur zwei. Es handelt sich um eine angeborene Erkrankung der Herzklappe. Durch Turbulenzen im Blutstrom kommt es früh zu einer Verkalkung der Herzklappe. Meist treten auch Entzündungen auf, die dazu führen, dass die Klappensegel verdicken und insgesamt schrumpfen.

Das Resultat ist einerseits ein erhöhter Widerstand durch die verdickten Segel, andererseits eine Schlussunfähigkeit der Klappe durch die geschrumpften Segel. Man spricht daher von einem kombinierten Aortenklappen-Vitium, also einem Klappenfehler.

Behandlung einer bikuspiden Herzklappe

Solange der Herzmuskel nicht stark erweitert ist und das Herz noch gegen den erhöhten Widerstand anpumpen kann, reichen jährliche Verlaufskontrollen mit Echokardiographie, also einer Ultraschalluntersuchung aus. Über kurz oder lang, meist im jüngeren Erwachsenenalter, schafft das Herz es jedoch nicht mehr, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen, da es sich in der linken Herzkammer staut und wieder dorthin zurückfließt, statt in den Körperkreislauf zu gelangen. Das macht sich in einer Abnahme der Leistungsfähigkeit bemerkbar, es treten Herzrhythmusstörungen auf oder Synkopen, also kurze Bewusstlosigkeiten.

Im Ultraschall kann diese Entwicklung verfolgt und rechtzeitig die Empfehlung zur Operation gegeben werden. In der Regel bleibt nur der Ersatz der erkrankten Aortenklappe. Sie wird entfernt und durch eine biologische oder mechanische Herzklappe ersetzt. Weil bei Menschen mit bikuspiden Aortenklappen auch eine Bindegewebsschwäche der Hauptschlagader bestehen kann muss diese während der Operation genau auf Erweiterungen untersucht und im Zweifelsfalle mit ersetzt werden.

Autor: Dr. med. Sven Meyer

Anzeigen